{"id":114,"date":"2009-02-23T23:22:53","date_gmt":"2009-02-23T22:22:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/?p=114"},"modified":"2009-02-23T23:22:53","modified_gmt":"2009-02-23T22:22:53","slug":"ashartuul-und-der-lahikashin-tausendzahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/ashartuul-und-der-lahikashin-tausendzahn","title":{"rendered":"Ashartuul und der Lahika&#8217;shin Tausendzahn"},"content":{"rendered":"<p>J\u00e4ger und Gejagte<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/alter-markt-grau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-117\" title=\"voller alter Markt, grau\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/alter-markt-grau.jpg\" alt=\"voller alter Markt, grau\" width=\"300\" height=\"230\" \/><\/a>Der L\u00e4rm der schreienden H\u00e4ndler des Marktes um ihn herum drohte ihn taub zu machen, doch seine Schritte waren zielsicher, und sein Wille nahezu unbeugbar. Seinen Bart zwirbelnd wirkte er gedankenverloren, allerdings war er bis ins letzte Haar allein auf eines konzentriert: seine Beute. <strong>Ashartuul, der Mann der sein Ziel mit stoischer Geduld zu verfolgen pflegte<\/strong>, war vom \u00c4u\u00dferen her gerade an der Schwelle zu seinem drei\u00dfigsten Sommer, doch sein wahres Alter \u00fcberschritt die Sch\u00e4tzung des Erscheinungsbildes bei weitem. Ein streng geh\u00fctetes Geheimnis trug dieser Mann in seiner Brust, und es bewahrte ihn nicht nur vor dem Alter, sondern verlieh ihm auch noch so einige andere F\u00e4higkeiten. Wieder rempelte ihn jemand an. Seine Reaktion bestand nur aus einem seichten L\u00e4cheln, denn er wollte sich nicht mit dem Gesindel aufhalten, wenn wirkliche Probleme hier auf ihn lauerten.<\/p>\n<p>Er hatte diesen Lahika&#8217;shin schon \u00fcber die halbe Insel gehetzt. Nun w\u00fcrde er ihn endlich stellen k\u00f6nnen. Es handelte sich um einen Teufel, der einen K\u00f6rper bestehend aus vielen unterschiedlichen Leibern sein eigen nannte. Einen Hybriden, .. eine Schim\u00e4re. Der Lahika&#8217;shin, den er jagte, nannte sich selbst &#8220;&#8216;<strong>Todgiftiger Tausendzahn<\/strong>&#8216;&#8221;, und war ein Mischwesen aus einer ganzen Schlangenbrut, verbunden mit dem Unterleib einer Spinne. Zwischen seinen unz\u00e4hligen Schlangenk\u00f6pfen zeigte sich manchmal sogar ein menschen\u00e4hnlicher Sch\u00e4dl, welcher dann b\u00f6se Verw\u00fcnschungen auszusto\u00dfen pflegte. F\u00fcnfzig Tote hatte Tausendzahn&#8217;s Wut \u00fcber den letzten Monat hinweg gefordert. Damit zog er die Aufmerksamkeit von Ashartuul auf sich. Ash verkrampfte seine Linke brummend bei dem Gedanken an das Monstrum, das er zu jagen pflegte. Zu allem \u00dcbel konnte sich dieses verflixte Biest wie alle Lahika&#8217;shin auch in einen Menschen verwandeln, was es ihm nicht gerade leicht machte, das Wesen hier aufzusp\u00fchren.<\/p>\n<p>Ash schob wieder ein paar Marktbesucher zur Seite und dr\u00e4ngelte sich an ihnen vorbei durch die Menge. Der Gestank alten Fischs drang sich seiner empfindlichen Nase auf, und er war unentwegt damit besch\u00e4ftigt die stinkende Luft von sich wegzuwedeln. Der J\u00e4ger trug eine ockerbraune M\u00f6nchsrobe, welche um die Taile mit einem dunklen G\u00fcrtel versch\u00fcrt war. Er trug, f\u00fcr diese Region typische, Sandalen und auf seinem kahlgeschorenen Kopf ruhte ein Hut aus geflochtenem Reisig, den er tief ins Gesicht gezogen hatte. Unter der Robe verbarg er einen gut trainierten K\u00f6rper, an dem kaum ein Gramm Fett zu finden war.<\/p>\n<p>Dann gelangte er langsam am Mittelpunkt des Trubels am Markt von Junogawa an. Spielleute f\u00fchrten hier in den Stra\u00dfen ein Theater mit Holzfiguren auf. Ashartuul wandte dem Schauspiel einige Sekunden seine Aufmerksamkeit zu, um die Artisten mit seinem Blick zu durchdringen. Kurz schimmerte seine ansonsten graue Regenbogenhaut goldgelb auf, und die Pupille schien eher langgezogen und katzenhaft, anstatt rund wie eine Scheibe. Vor des J\u00e4gers innerem Auge sah er die Artisten von bunten Lichtern und Farbb\u00e4ndern umgeben, die ihre Stimmungen und Gedanken darstellten. Nichts davon interessierte den Mann wirklich, und so zog er den Hut wieder tiefer ins Gesicht und sprach ein paar Worte des Segens: Amaterasu Omikami habe euch selig! Dann machte er sich aus dem Staub.<\/p>\n<p>Minuten sp\u00e4ter schaffte er es dann durch die Menge zum Rand des Marktplatzes zu gelangen. Seine Augen blickten sich erneut wachsam um, und ersp\u00e4hten einen Jungen, der gerade dabei war einen Obsth\u00e4ndler um seine \u00c4pfel zu erleichtern. Mit einem Satz war Ashartuul neben dem Burschen und sank auf die Knie.. sein Blick wanderte suchend zu den Augen des H\u00e4ndlers empor, und als die beiden sich gegenseitig in die Augen des anderen starrten, breitete sich ein breites Grinsen auf <strong>Ashartuuls Gesicht<\/strong> aus. Wieder war die graue Regenbogenhaut in sattes Goldgelb, der Sonne gleichend, getaucht worden. Schlangenhafte Augen waren es, die den H\u00e4ndler nahezu durchbohrten. Er senkte seinen Blick und ging in die Knie, w\u00e4hrend Ashartuul zufrieden weitergrinste. Dann sah er zu dem Knaben. &#8220;H\u00f6r her Kleiner. Ich interessiere mich eigentlich nicht f\u00fcr euer Tun, &#8220;Hirogata&#8221;, aber ich kann dein Verhalten nicht dulden. er zog den kleinen L\u00fcmmel am Ohr zu sich heran, und steckte ihm eine Goldm\u00fcnze in die Hand, sich in Gedanken fragend, warum er das \u00fcberhaupt tat. Warum er sich \u00fcberhaupt in die Angelegenheiten von Menschen einmischte. Vielleicht w\u00fcrde es sich als n\u00fctzlich erweisen ein paar Beziehungen zu haben.. man sollte die Hirogata nicht untersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Vor dem hartn\u00e4ckigen J\u00e4ger tat sich ein wundersch\u00f6n verziertes Tor auf. Es war das Portal zu einem Shintotempel, gewidmet dem Kami &#8220;Shibumi-Juno&#8221;, dem Schutzgott der Stadt Junogawa. Im Shinto glaubte man an sogenannte Kami. Kami waren Geister, und Geister lebten in allen Dingen und Taten. So war der Geist der Stadt Junogawa eben &#8220;Shibumi-Juno&#8221;, w\u00e4hrend die G\u00f6ttin der Sonne die Alles-Verbindende &#8220;Amaterasu Omikami&#8221; war. Dem steinernen Pfad langsam folgend, betrat er den Tempel. Seinen Hut langsam von dem kahlen Sch\u00e4del abnehmend, n\u00e4herte er sich ehrf\u00fcrchtig dem Schrein Shibumi-Junos&#8230;<\/p>\n<p>Vor dem reich geschm\u00fcckten Altar ging der Mann in die Knie und legte seine H\u00e4nde auf seine Oberschenkel. Ashartuul bereitete sich auf sein &#8220;Norito&#8221; vor, l\u00f6ste einen kleinen Beutel von seinem Gurt, den er sogleich \u00f6ffnete, und fasste hinein. Fest umschlossen hielt er eine Opfergabe in seinen H\u00e4nden, die er in ein vor sich vorbereitetes Schiffchen legte, welches aus Bambusbl\u00e4ttern geformt war. Wunderbar duftende Kirschbl\u00fctenbl\u00e4tter segelten in Kreis herab, bis sie auf dem Spiegel des Wassers auftrafen, mit dem das Gabenschiffchen gef\u00fcllt war. Daraufhin legte Ashartuul die Handfl\u00e4chen zusammen, sie nur sachte miteinander in Ber\u00fchrung bringend und schloss seine Augen. &#8220;Herr, Shibumi-Juno! Vor dein Antlitz will ich treten, mit einer Bitte. Dunkle Wolken ziehen \u00fcber deine Stadt Junogawa hinweg, Kami Shibumi-Juno! Die Pr\u00e4senz eines Teufels verpestet deine Dom\u00e4ne! F\u00fchre mich zu dem \u00dcbelt\u00e4ter, und ich werde mich um seine Ausl\u00f6schung bem\u00fchen, so wahr ich Ashartuul Shra&#8217;la\u00ed bin, Sohn des ehrw\u00fcrdigen Shra&#8217;la\u00ed Oogamo.&#8221; Langsam seine Augen wieder \u00f6ffnend, verharrte er noch einige Momente in regungsloser Starre. Dann erhob er sich, fasste erneut in seinen Beutel und zog ein paar klimpernde Goldm\u00fcnzen heraus, die er in den Tonkrug neben dem Altar warf. Diese Tonkr\u00fcge waren in all den gro\u00dfen Tempeln zu finden, und sie waren oft halb voll mit Gold oder Silberm\u00fcnzen.<\/p>\n<p>Ashartuul wandte sich um, und machte sich daran, den Tempel zu verlassen. W\u00e4hrenddessen r\u00fcckte er wieder seinen Reisighut zurecht und kontrollierte, ob seine Kleidung auch richtig sa\u00df. Er f\u00fchrte seine H\u00e4nde vor seinem K\u00f6rper zusammen und verst\u00e4ckte sie im jeweils anderen \u00c4rmel. Bed\u00e4chtig schritt er an den Tempeldienern vorbei, bis dann auf einmal etwas seine Aufmerksamkeit erregte.<\/p>\n<p>Auf dem Portal zur offenen Stra\u00dfe sa\u00df doch tats\u00e4chlich ein schwarzes, ihm den R\u00fccken zuweisendes, Vogeltier, dessen Fl\u00fcgelspitzen in blutigem Rot schimmerten. &#8220;Ein Zeichen!&#8221; &#8230; Ashartuul hatte gerade diesen Gedanken gefasst, als der <span class=\"__mozilla-findbar-search\" style=\"padding: 0pt; background-color: yellow; color: black; display: inline; font-size: inherit;\">Rabe<\/span> sich zu ihm umdrehte, und ihn aus leuchtend wei\u00dfen Augen anstarrte. Ehe sich der J\u00e4ger versah, erhob sich das Tier mit ein paar Fl\u00fcgelschl\u00e4gen auch schon in die Luft und machte sich daran den Marktplatz fliegend zu \u00fcberqueren. &#8220;Verdammt!&#8221; entglitt es dem Mann, der alsdann sofort zu laufen begann, um das Tier nicht aus den Augen zu verlieren. &#8220;Es muss sich um eine Manifestation von Shibumi-Juno handeln!&#8221; dr\u00f6hnte es in seinem Kopf, geradezu als wollte ihn sein eigener Verstand mit dem Hinweis erschlagen.<\/p>\n<p>Eiligen Schritts verfolgte Ashartuul das Federvieh, doch als er es fast zu verlieren drohte, gewann der Zorn in ihm \u00fcberhand. Viele Menschen standen einfach so rum, gingen ihren Gesch\u00e4ften nach und hinderten Ashartuul daran vorw\u00e4rts zu kommen. Seine kochenden Emotionen schienen nach au\u00dfen zu dringen, wie das Feuer einer Papierlaterne, die man zu unvorsichtig handhabte&#8230; und sein Feuer brandte schnell und hei\u00df. Es ergriff einen Passanten nach dem anderen, und so stoben sie au\u00dfeinander, wie eine aufgescheuchte Rinderherde, die vor einem Sch\u00e4ferhund zur\u00fcckwich. Es war keine Panik, nein, aber es war eine Art Ehrfurcht, oder eine instinktive Reaktion, der sie alle Folge zu leisten hatten. <strong>In Ashartuuls Augen<\/strong> lag wieder dieses goldgelbe Flammen, und in den Schatten seines Reisighutes war etwas Seltsames zu erkennen.<\/p>\n<p>Seine H\u00e4nde waren unter den weiten \u00c4rmeln verborgen, und so war bei seiner Laufgeschwindigkeit auch nicht zu erkennen, was mit ihm vorging. Seine Haut wurde zun\u00e4chst dunkler&#8230; an manchen Stellen wurde sie regelrecht schwarz. Unter der Robe wurde seine Brust langsam von einem pastellgelben Schleier \u00fcberzogen. S\u00e4mtliche K\u00f6rperbehaarung verschwand und wich weichen aber nichtsdestotrotz robusten Schuppen&#8230; wich den Schuppen einer Schlange. Hier machte die Verwandlung Halt und begann sich wieder langsam ins Gegenteil umzukehren. Nicht auszudenken, was passieren w\u00fcrde, wenn er sich hier in seine &#8220;Azhi Dahaka&#8221; Form verwandelt h\u00e4tte. Gl\u00fccklicherweise war &#8220;Silkaram&#8221; nicht ganz so auff\u00e4llig, wenn man sich gut bedeckt hielt. Ashartuul war in weniger als eineinhalb Minuten \u00fcber den ganzen Platz gelaufen, ohne auch nur irgendjemanden anrempeln zu m\u00fcssen&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/einzelner-rabe-grau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-123\" title=\"Grauer Rabe einzeln\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/einzelner-rabe-grau.jpg\" alt=\"Grauer Rabe einzeln\" width=\"126\" height=\"170\" \/><\/a>Noch immer folgte er dem <span class=\"__mozilla-findbar-search\" style=\"padding: 0pt; background-color: yellow; color: black; display: inline; font-size: inherit;\">Rabe<\/span>n durch die Gassen bis die Reise pl\u00f6tzlich ein aprubtes Ende fand, als sich sein Kami-Begleiter auf dem Vordach eines verfallenen &#8220;Dojos&#8221; niederlie\u00df. Fragenden Blicks sah Ashartuul zu dem Vogel auf: Was? Hier soll &#8220;Tausendzahn&#8221; sein? Naja, es passt eindeutig zu seinem Geschmack. Ich danke dir, Gesandter des Kami Shibumi-Juno! Doch der <span class=\"__mozilla-findbar-search\" style=\"padding: 0pt; background-color: yellow; color: black; display: inline; font-size: inherit;\">Rabe<\/span> reagierte kein St\u00fcck, und als Ashartuul ihn eingehender betrachtete, fiel ihm auch auf, dass der seltsame Glanz aus den Augen des Tieres, und das rote Schimmern seiner Federn verschwunden war. Das schwarze Tier putzte sich in reinlichem Eifer sein Gefieder und guckte ab und an zu dem Mann hinunter, der da so seltsam zu ihm hochzustarren schien. Ash l\u00e4chelte nur und nickte f\u00fcr einen Moment. Dann verschwand seine Rechte im linken \u00c4rmel und umschloss mit festem Griff irgendetwas&#8230; Eiskalter Ernst und Entschlossenheit waren zur\u00fcck in den Blick des J\u00e4gers gekehrt. Einer flie\u00dfenden Bewegung seiner Rechten folgte ein metallener Strick, der einer Schlange \u00e4hnelte, und mit einem knallenden Schnaltzen die Anwesenheit des J\u00e4gers endg\u00fcltig best\u00e4tigte. Der Teufel hatte ohne Zweifel sowieso von Ashartuuls Ankunft erfahren. Ein Bote der Kami so nah am <strong>Versteck eines Lahika&#8217;shins<\/strong> konnte diesem nicht verborgen bleiben.<\/p>\n<p>Die Peitsche in die Linke \u00fcbergebend, nahm er mit der Rechten seine Kopfbedeckung ab. Innerlich seufzte er. Es war sein liebster Hut, den er jetzt opfern w\u00fcrde, aber es war besser ein St\u00fcck Reisig zu riskieren, als sein Leben aufs Spiel zu setzen. Mit einer ausschweifenden Handbewegung wirbelte er den Hut wie ein Shuriken durch den Eingang des Dojos&#8230; den Bruchteil einer Sekunde sp\u00e4ter jagten zwei Hydrensch\u00e4del von Tausendzahn ihre F\u00e4nge in den Reisig. Ashartuul, der in lauernder Haltung gewartet hatte, stie\u00df sich ab, um mit einem Ruck nach vorne zu gelangen.<\/p>\n<p>Inmitten seines Sprungs machte sein K\u00f6rper eine rasante Verwandlung durch. Wieder verschwanden Haare statt deren Schuppen auf der Haut des Mannes sprossen, doch diesmal machte Ashartuul nicht bei &#8220;Silkaram&#8221; halt. Seine Beine vereinigten sich zu einem langen Schlangenleib, w\u00e4hrend sich sein Kiefer weitete, lange Giftz\u00e4hne wuchsen und seine Augen wieder diese goldgelbe F\u00e4rbung annahmen. Seine H\u00e4nde verwandelten sich in schuppige Pranken, an deren Enden rasiermesserscharfe Klauen prangten. Sein Nacken weitete sich zu voller Pracht aus. Ashartuul&#8217;s neuer Panzer schimmerte in giftig grellem Gelbgr\u00fcn, bis hin zu gl\u00e4nzendem Schwarz. Auf seinem R\u00fccken zog sich eine dunkle Zeichnung entlang, die dann schlie\u00dflich auf seiner Sch\u00e4delplatte endete. In dieser Form war er wohl \u00fcber sieben Meter lang.<\/p>\n<p>Mit der neu gewonnenen Schwungkraft katapultierte sich der Nagah Ashartuul peitschend nach vor, und riss seine klauenbewehrten Pranken von unten nach oben, zwei der unz\u00e4hligen Schlangenleiber abtrennend, die auf Tausendzahns Spinnenkorpus befestigt waren. Kreischend erhob dieser seine Stimme Arrrrgh! Ich werde es genie\u00dfen dich Papierschlange au\u00dfeinanderzunehmen! Dann sausten drei oder sogar mehr Schlangenk\u00f6pfe auf den Nagah zu. Ashartuul lie\u00df sich zur Seite fallen, versuchte um sein Ziel herumzukommen. Seine Linke hielt noch immer die zusammengerollte Peitsche in H\u00e4nden, und \u00fcbergab diese jetzt an seine rechte Hand, welche kaum eine Sekunde z\u00f6gernd sofort nach vorn schnellte. Der metallne Riemen traf mit voller wucht auf und umwickelte gleich ein ganzes B\u00fcndel an Schlangenk\u00f6pfen. Ashartuul zog mit einem groben Ruck den W\u00fcrgegriff noch enger.. versuchte den Teufel zu erw\u00fcrgen. Dieser brach jedoch in schallendes Gel\u00e4chter aus: Ihahahahaha! Du Dummkopf, so bl\u00f6d kann man doch nicht sein?! .. Halt deine Klappe, Missgeburt. Ich werde dir dein schwarzes Lebenslicht schon noch ausblasen, Tausendzahn! entgegnete der J\u00e4ger harsch.<\/p>\n<p>Ebenso wild zerrte er auch an der Peitsche, und riss dem <strong>b\u00f6sartigen Lahika&#8217;shin<\/strong> dabei wohl an die zehn Schlangenarme ab. Dieser br\u00fcllte, ein markersch\u00fctternder Schrei nach dem andren gellte durch den total unterbeleuchteten Raum des ruin\u00f6sen Dojos. Wild um sich schlagend verlor Tausendzahn wohl gerade den Verstand&#8230; doch da passierte es. Ein Ger\u00e4usch, brechenden Knochen nicht un\u00e4hnlich, war zu h\u00f6ren. Der Hinterleib des Spinnenhybriden brach auf, und ein monstr\u00f6ser, stachelbewehrter Schwanz schoss aus der \u00d6ffnung hervor. Hiahahhaha &#8230; du wirst Fischfutter sein, wenn ich mit dir fertig bin! Hiahihahahaha! Ashartuul zog unbeeindruckt mit einer flie\u00dfenden Bewegung seine metallene Peitsche ein und schl\u00e4ngelte sich etwas weiter abseits, um nicht im direkten Einzugsgebiet des Skorpionsstachels zu sein. Dann sah er sie. Zwei rotgl\u00fchende Augen starrten aus dem Sumpf an Schlangenleibern und abgerissenen Halsst\u00fcmpfen zu ihm her\u00fcber. Nerv\u00f6s zuckte der stachelbewehrte Schwanz&#8230; jagte immer wieder nach vor, und zersplitterte den Boden. Gewaltige Kr\u00e4fte mussten dieser Waffe innewohnen, aber Ashartuul wollte dies nicht am eigenen Leibe ausprobieren.<\/p>\n<p>Blitzschnell riss die Riesenschlange sein Maul auf und Spuckte sein schnell einziehendes Hemotoxin auf die gerade entdeckten Augen des Teufels. Dieser heulte erneut auf, denn er konnte nun nichts mehr sehen. Schnell reagierte Ashartuul, und wirbelte erneut seine Peitsche, diesmal zielte er jedoch auf den Skorpionsstachel. Als er ihn zu fassen kriegte, verhakte sich das Peitschenende wie gew\u00fcnscht mit dem Metalldraht. Nun machte er sich daran sein Ende der Peitsche um eine S\u00e4ule herumzuziehen, und zog so fest es ging an, um den Spinnerich von seinen Beinen zu reissen, was ihm auch gelang. Zu seinem Gl\u00fcck waren die Schlangen allesamt blind, die Tausendzahn sein eigen nannte. Sie bissen wutendbrandt durch die Luft, und verbissen sich sogar ineinander.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/tausendzahn-grau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-125\" title=\"Tausendzahn\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/tausendzahn-grau.jpg\" alt=\"Tausendzahn\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Kami, Todgiftiger Tausendzahn<\/strong>, ich schicke deine mickrige Manifestation in die H\u00f6llen des Yomi! Verbannt seist du, unreiner Geist! schrie Ashartuul aus Leibeskr\u00e4ften, w\u00e4hrend er mit M\u00fch und Not die Peitsche noch zu halten vermochte. Der Skorpionsschwanz zuckte wild, und auch er suchte blind nach einem Ziel. Das Ziel wollte ihm Ashartuul bieten und er schloss seine Augen. Kurz war das scharfe &#8220;Fauchen&#8221; der Riesenschlange zu h\u00f6ren, dann riss er wieder seine Augen auf. Diese glimmten wie zwei gl\u00fchendhei\u00dfe Kohlen. In des Teufels Geist spielte sich nun eine komplett andere Szenerie ab. Er sah sich umringt von Ashartuuls, die immer n\u00e4her auf ihn eindr\u00e4ngten. Er schnappte nach ihnen und er stach nach ihnen.. ja, er erledigte sogar ein paar.. doch diese Schlangenbiester schafften es immer wieder ihn, Tausendzahn, zu erwischen. In Wirklichkeit rammt sich der <strong>Lahika&#8217;shin<\/strong> unentwegt selbst den Giftstachel in den Leib. Es war nur mehr eine Frage der Zeit, bis er auf das Gift ansprechen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Kurzer Prozess&#8230; Tausendzahn fiel in sich zusammen, wie ein nasser Sack Kartoffeln. Aber Ashartuul wollte sicher gehen. Er wechselte seine Gestalt von &#8220;Azhi Dahaka&#8221; nach &#8220;Balaram&#8221;, die Maske des Shojin Menschen, die er anlegen musste, wenn er sich unter ihnen bewegen wollte. Dann trat er durch die T\u00fcr des Dojos nach drau\u00dfen und begann in einem seiner Beutel zu w\u00fchlen.<\/p>\n<p>Er f\u00f6rderte eine kleine, rotschimmernde Murmel zutage, die er vor sich ins Licht hielt. Er betrachtete die Spiegelung seines Selbst, umgekehrt, in der Glaskugel tanzend. Das Licht brach sich ebenso im Kern des durchsichtigen Objekts. Dann umschloss er sie fest mit seiner rechten Hand, und setzte sich im Schneidersitz Asana vor den Eingang. <strong>Ashartuul, der Sohn Srha&#8217;la\u00eds<\/strong>, stand seinem Vater in nichts nach. Er war ebenso ein kompetenter Krieger, Blender wie auch Schamane. Er war ein Geborener, kein Lykanthropenabschaum, und seine Verbindung zur Natur, oder gr\u00fcnen Mutter, wie er sie nannte, war stark wie das Leben selbst. Kami Saobame! Flammenz\u00fcngler, kleiner Drachenfunke, h\u00f6re mein Rufen! Ashartuul schlo\u00df seine Augen und setzte seine Beschw\u00f6rung in Gedanken fort. &#8220;Sende dein Feuer hierher, und lass vergehen, was vergehen sollte. Reinige, was unrein ist. Bring Hitze und verwandle alles, was deine Zungen ber\u00fchren! Holz zu Asche! Sende Kami Tausendzahn ins Yomi!&#8221; .. Langsam sp\u00fchrte er, wie W\u00e4rme, ausgehend von der Murmel, in ihm aufstieg, und sein ganzes Wesen erf\u00fcllte. Dann \u00f6ffnete er wieder seine Augen, und konzentrierte seinen Blick auf einen Punkt inmitten des Dojos. Dort, wo er Tausendzahn liegen hatte lassen. Nicht einmal f\u00fcnf Sekunden hatte es gedauert, da schossen auch schon die ersten Flammen aus den Ritzen der Bretter, unterhalb des Teufels. Armen gleich griffen sie nach dem ausgerissenen H\u00f6llengeist, und verzehrten ihn in wei\u00dfgl\u00fchenden Flammen&#8230;<\/p>\n<p>&#8220;&#8230; und so vergeht, was vergehen sollte &#8230;&#8221;<\/p>\n<p><em><strong>Sleyghjin<\/strong> &#8211; Montag\u00a0 09.\u00a0 September 2002<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er hatte diesen Lahika&#8217;shin schon \u00fcber die halbe Insel gehetzt. Nun w\u00fcrde er ihn endlich stellen k\u00f6nnen. Es handelte sich um einen Teufel, der einen K\u00f6rper bestehend aus vielen unterschiedlichen Leibern sein eigen nannte. Einen Hybriden, .. eine Schim\u00e4re. Der Lahika&#8217;shin, den er jagte, nannte sich selbst &#8220;Todgiftiger Tausendzahn&#8221;, und war ein Mischwesen aus einer ganzen Schlangenbrut, verbunden mit dem Unterleib einer Spinne. Zwischen seinen unz\u00e4hligen Schlangenk\u00f6pfen zeigte sich manchmal sogar ein menschen\u00e4hnlicher Sch\u00e4dl, welcher dann b\u00f6se Verw\u00fcnschungen auszusto\u00dfen pflegte. F\u00fcnfzig Tote hatte Tausendzahn&#8217;s Wut \u00fcber den letzten Monat hinweg gefordert. Damit zog er die Aufmerksamkeit von Ashartuul auf sich. Ash verkrampfte seine Linke brummend bei dem Gedanken an das Monstrum, das er zu jagen pflegte. 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