{"id":183,"date":"2009-03-01T00:58:04","date_gmt":"2009-02-28T23:58:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/?p=183"},"modified":"2009-03-01T00:58:04","modified_gmt":"2009-02-28T23:58:04","slug":"krieger-charstory-zyranes-geschichte-zum-dunklen-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/krieger-charstory-zyranes-geschichte-zum-dunklen-weg","title":{"rendered":"Krieger Charstory &#8211; Zyranes Geschichte zum dunklen Weg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/krieger-dunkel-lagerfeuer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-189\" title=\"dunkler Krieger kniend\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/krieger-dunkel-lagerfeuer.jpg\" alt=\"dunkler Krieger am Lagerfeuer\" width=\"181\" height=\"266\" \/><\/a>Noch immer sa\u00df er da&#8230; dort auf dem fein abges\u00e4gten Baumstumpf, der in mitten einer riesigen Lichtung auf einen winzigen Deut Menschlichkeit in dieser Ein\u00f6de verwies.<br \/>\nStarr blickte er in die Wipfel der umliegenden B\u00e4ume, die ihm genug Schatten gegen die zehrende Sonne boten. Mit einem Satz erhob sich der schier h\u00fchnenartige Mann und lie\u00df den Nacken rollen, so dass ein lautes, durchdringendes Knacken seiner Halswirbel, die V\u00f6gel in den Kronen der majest\u00e4tischen B\u00e4ume aufschrecken lie\u00df. Ein gewaltiges Ger\u00e4usch war zu vernehmen, als er sich g\u00e4hnend mit der rauen Faust auf den mit Muskeln durchzogenen Brustkorb schlug und zugleich stark hustete. Hastig sah er sich um, horchte den Lauten, die durch das Fl\u00fcgelschlagen der Scharen an Zugv\u00f6geln hervorgerufen wurden und lie\u00df sich angespannt wieder nieder, auf den Baumstumpf, der Zyranes L\u00b4hyrahz nach ewiger Zeit wieder einmal etwas Erholung verschaffte. Langsam griff er zu seinem rechten Stiefel, aus dem ein langer Dolch ragte, und zog jenen so schnell heraus, dass er sich eine tiefe Wunde in das Wadenbein riss. Starren Blickes dr\u00fcckte er mit voller Kraft auf die stark blutende Wunde und f\u00fchrte die Hand regelm\u00e4\u00dfig zu Munde, um den kostbaren Lebenssaft von ihr, den Rachen herunter tropfen zu lassen. Nach einiger Zeit vertr\u00f6stete sich Zyranes damit, dass die Wunde zumindest nicht entz\u00fcndet war und bohrte gelangweilt, dennoch sichtlich wachsam in dem morschen Stumpf herum, auf dem er nun eine gute Weile verbrachte.<br \/>\nEs waren wohl noch einige Augenblicke die vergingen, als dass er einen jungen Eber durch die schmalen B\u00e4ume ersp\u00e4hte. Behutsam und v\u00f6llig ruhig, erhob sich der <strong>junge Krieger<\/strong> und stand in geduckter Haltung, inmitten der riesigen Lichtung. Der Eber hatte ihn l\u00e4ngst bemerkt, lie\u00df sich jedoch nicht von Zyranes in dieser Position einsch\u00fcchtern.<br \/>\nJa, Zyranes wu\u00dfte, wie man das anzugehen hat&#8230; war es schlie\u00dflich nicht das erste mal, dass er eines seiner Widersacher auf diese Weise zur Strecke brachte. Er hasste das Leben&#8230; wahrscheinlich ebenso, wie es ihn zu hassen schien, nach alle dem, was ihm in seinen jungen Jahren zugesto\u00dfen war.<br \/>\nKein Tier, kein Mensch&#8230; kein Wesen war es ihm wert, sich gegen seinen inneren Drang zu stellen&#8230; schlie\u00dflich wurde er oft genug entt\u00e4uscht von so manch einem Frevler.<\/p>\n<p>Noch immer stand der Eber regungslos in dem Unterholz und sah Zyranes schnaubend, mit den Hufen scharrend an, bis er pl\u00f6tzlich -ohne das man es vorher vermuten h\u00e4tte k\u00f6nnen- auf ihn zu gerannt kam.<br \/>\nZyranens erhob sich zu voller Gr\u00f6\u00dfe und wirkte kaum noch menschlich. Seine Muskeln bildeten ein Schauspiel aus schierer Kraft und ekelhaftem Abscheu, der einen den Schauer \u00fcber den R\u00fccken jagte. Furchtlos stellte er sich der Gefahr, die f\u00fcr ihn eher wie eine Belustigung wirke. Der Eber versuchte mit aller Kraft gegen den H\u00fchnen anzukommen, doch der Trieb in seiner Brust, dass rohe Fleisch von den Knochen den Tieres zu ziehen, war wesentlich st\u00e4rker, als das schmale R\u00fcckrad des kleinen Tieres.<br \/>\nUnter lautem Quietschen verreckte es qualvoll durch eine wuchtige Bewegung des langhaarigen Mannes, dessen Gesicht aussah, als h\u00e4tte er den Dolch nicht nur in morsches Holz gebohrt. Eine lange Narbe zog sich \u00fcber sein gesamten Gesicht&#8230; quer von der Stirn, \u00fcber das rechte Auge bis hin zum Halse. Es schien einleuchtend, dass sein Sehverm\u00f6gen, durch diese wulstige Narbe stark beeintr\u00e4chtigt war, doch hielt es ihn nicht davon ab, sich allen Lebens zu stellen, um jenes zu richten, wenn es denn nicht abwendbar sei&#8230; ob nun ein Elf oder B\u00e4r, ob ein Mensch oder eine Ratte. In seinen Augen, war es niemanden bestimmt zu Leben, aber auch niemanden bestimmt zu Sterben, wenn er es nicht verdient hatte.<\/p>\n<p>Nach dem Tode seines Gro\u00dfvaters lebte er zur\u00fcckgezogen, war einsam&#8230; sah keinen Sinn darin zu sein&#8230; keinen darin nicht zu sein. Er schwor Rache, wenn er auch kaum wusste, an wem er sie \u00fcben konnte. Doch schwor er sie&#8230; blutige Rache f\u00fcr den Tod des einzigen Menschens, den er jemals in seinem Herzen trug.<\/p>\n<p>Oft schon hatte er get\u00f6tet, oft gerecht und ebenso oft ungerechtfertigt. Was sollte es ihm nun grad jetzt etwas ausmachen.<\/p>\n<p><strong>Zyranes lie\u00df die Finger knacken<\/strong> und fing an, den erlegten Eber mit blo\u00dfen H\u00e4nden zu H\u00e4uten. Zuerst griff er dem kl\u00e4glich wirkenden Tier in die Augenh\u00f6hlen und fing an mit seinen kr\u00e4ftigen Fingern in ihnen herum zubohren, bis sie sich letztendlich \u00fcber seiner Hand -breiartig- ergossen. Als n\u00e4chstes rupfte er die Haut von den wulstigen Augenbrauen und krempelte jene \u00fcber den Sch\u00e4del des Ebers, bis er sie letztendlich \u00fcber den kr\u00e4ftigen R\u00fccken des Tieres ziehen musste. Ein ge\u00fcbter Schnitt in die Bauchdecke, der auch zugleich das Tier ausweidete, erleichterte dem, im Rausch wirkenden Krieger die H\u00e4utung ungemein. Es bedurfte nicht mehr l\u00e4ngerer Zeit, bis Zyranes anfing, dem toten Korpus das Fleisch von den Knochen zu scharben, um es dann hastig zu verspeisen&#8230; gar und ungebraten!<\/p>\n<p>Die Sonne ging nun langsam unter und Zyranes L\u00b4hyrahz machte sich auf, um nach einem geeigneten Schlafplatz Ausschau zu halten, den er nach nicht allzu langer Zeit gefunden hatte. Es war zwar lediglich ein ausgeh\u00f6hlter Baum, doch bot jener gen\u00fcgend Schutz gegen Regen und Sturm. Zyranes lie\u00df sich nieder, starrte leeren Blickes in den Himmel und rollte die Augen, die bei genauem Hinsehen, Nichts auszusagen vermochten. Sie waren leer&#8230; leer wie sein Herz.<\/p>\n<p>Die Nacht verging ohne besondere Vorkommnisse und der n\u00e4chste Morgen war gepr\u00e4gt von wahrer Sch\u00f6nheit&#8230; strahlend blauer Himmel, der umliegende, von Gras bedeckte Boden, der vom Morgentau noch recht feucht zu sein schien lie\u00df einen frischen Duft in der Luft liegen, dem Zyranes jedoch nicht mehr als ein Grummeln, \u00fcber die durchn\u00e4sste Kleidung abgewinnen konnte. M\u00fcrrisch erhob er sich und machte sich auf&#8230; ohne Ziel, ohne Wissen, wo es ihn hintrieb.<\/p>\n<p>Die Tage vergingen bis er eine alte H\u00fctte vorfand, die fernab von jeder -ihm bekannten- Stadt lag. Er war neugierig und ging einige male um das Haus herum, bis er dann unter lautem Poltern gegen die T\u00fcre pochte, die unter seinen gewaltigen H\u00e4nden fast eingeschlagen war. Niemand \u00f6ffnete sie. Zyranes erhob seine tiefe Stimme:<\/p>\n<p>&#8220;So zeigt Euch, Bewohner dieser Behausung&#8230; Ich, Zyranes L\u00b4hyrahz komme in guten Absichten!&#8221;<\/p>\n<p>Niemand \u00f6ffnete&#8230;<\/p>\n<p>Entt\u00e4uscht und zugleich auch erleichtert trat er -ohne zu z\u00f6gern- gegen die massive T\u00fcr, die seiner Kraft nachgab und in einem einzigen Tr\u00fcmmer hinterlassen war. Vorsichtig betrat er <strong>die dunkle H\u00fctte<\/strong>, die recht karg eingerichtet war. Lediglich ein Holztisch, eine kleine Bank, dessen Lehne nach hinten gebrochen war, ein Bett, welches f\u00fcr den m\u00e4chtigen H\u00fchnen viel zu klein zu sein schien und ein schmaler Schrank, der Zyranes aus irgend einem unerdenkbaren Grund mit Zorn erf\u00fcllte&#8230; w\u00fctend trat und schlug er auf das aus einem st\u00fcck Holz geschnitzte Werk ein, bis auch dieses unter der Wucht seiner K\u00f6rpermasse nachgab und mit lautem Knarren zerbrach.<br \/>\nDie Splitter waren im ganzen Raum verteilt und Zyranes bemerkte eine klaffende Wunde an seiner linken Hand, betrachtete diese. Ohne jegliches Entsetzen konnte er erkennen, dass ein St\u00fcck Holz, des schmalen Schrankes, seinen linken Ringfinger beinahe bis auf die H\u00e4lfte abgetrennt hatte. Es wurde ihm ein wenig schwindelig, doch<br \/>\nnahm er schlei\u00dflich den blutenden Stumpf in den Mund und biss mit aller Kraft auf das weiter tiefer sitzende Gelenk, stie\u00df einen gewaltigen Schrei aus und kaute auf dem Fleisch herum. Das Blut lief seinen Mundwinkel entlang, bis hin zum Kinn, dass von einem rausch wirkenden Bart bedeckt war, der nun mit Blut \u00fcberzogen, im <strong>dunklen<\/strong> des Raumes kaum anders wirkte, als bei Tageslicht in der Sonne. Er presste die Hand, die nun heftiger blutete gegen sein Bein. Die Hose, die recht abgetragen wirkte, war nach kurzer Zeit blutdurchtr\u00e4nkt. L\u00e4chelnd riss Zyranes ein Hosenbein ab, zog den Dolch erneut aus dem Stiefel und schnitt jenes St\u00fcck Stoff in zwei gleichm\u00e4\u00dfige Teile.<\/p>\n<p>Das eine hatte er nun in den H\u00e4nden , zog es ein letztes mal \u00fcber die lange Zunge und band es sich um den Kopf, so dass die Stirn von ein wenig Blut angefeuchtet war. Das andere benutzte Zyranes, um die langen schwarzen Haare, zu einem ordentlichen Zopf zu binden, was kaum Zeit in Anspruch nahm.<\/p>\n<p>Die Wunde war nun etwas weniger blutend und Zyranes nahm Platz auf dem quietschendem Bett, streckte die Beine aus und legt den Dolch neben das Kopfkissen, welches nur einen halben Arm von ihm entfernt lag. Ratlos betrachtete er den Raum, es war dunkel&#8230; aber er konnte noch etwas erkennen. Hatte er doch viele Jahre damit verbracht, in der Nacht durch die Wildnis zu streifen, um zu jagen. Er konnte dieser H\u00fctte jedoch nichts Interessantes abgewinnen und sah erneut auf die Tr\u00fcmmer des Schrankes. Belustigt schloss er die Augen, konnte jedoch nicht schlafen, nur ein wenig ruhen, denn nach kurzer Zeit vernahm er ein Ger\u00e4usch vor dem kleinen Haus. Etwas verwirrt und benebelt griff er zu seinem Stiefel nach dem Dolch&#8230; <strong>doch er war weg<\/strong>! Zyranes riss die Augen auf, sah sich um&#8230; ersp\u00e4hte den Dolch zu seiner Linken, neben dem Kopfkissen, wo er ihn doch verstaut hatte. Fest umschlossen hielt er ihn und ging schleichenden Schrittes zur Pforte, durch die man in die Dunkelheit der Nacht sehen konnte. Etwas angespannt ging er vor das Haus und lie\u00df den Nacken rollen&#8230; das \u00fcbliche Knacken, welches ihn sich seit Ewigkeiten nun schon nicht mehr erschrecken lie\u00df, ert\u00f6nte laut in diesem Moment. Doch er konnte niemanden erblicken. Nicht mal ein Tier, vielleicht ein Reh, oder wenigstens ein Kaninchen. Nein! es war Nichts zu sehen. Zyranes beschloss jedoch die H\u00fctte auf der Stelle zu verlassen und machte sich just in diesem Moment auf&#8230; lief aus unerkl\u00e4rlichen Gr\u00fcnden in die Finsternis&#8230; lief und lief, wahllos und ohne bestimmtes Ziel. Er lief einfach nur, und das so schnell ihn seine kr\u00e4ftigen Beine tragen konnten.<\/p>\n<p>Ein Gef\u00fchl der Ungewissheit nahm von dem sonst so starken Geist Besitz ein und trieb ihn weiter und weiter in die Dunkelheit, die ihre Schatten \u00fcber die gesamte Insel geworfen hatte. Einige Zeit war nun vergangen und Zyranes st\u00fctzte seinen erm\u00fcdeten K\u00f6rper gegen eine Birke, die von einem Blitzschlag in zwei Teile gespalten war, hechelte und hielt sich den Brustkorb, musste husten. Ein abscheuliches Ger\u00e4usch, gefolgt von einem leichten W\u00fcrgen lie\u00df das <strong>Gesicht des Kriegers<\/strong> etwas kr\u00e4nklich wirken. Die Schwei\u00dfperlen liefen ihm \u00fcber die Stirn und die langen Haare, die noch immer ordentlich gebunden waren, trieften nur so vor N\u00e4sse. Langsam kam er wieder zu sich, konnte ruhig atmen und schlenderte nun langsam und sichtlich beruhigter durch die Nacht. Jene war auch schnell vorbei und der Gesang der V\u00f6gel lie\u00df Zyranes<br \/>\nf\u00fcr ein Weilchen auf andere Gedanken kommen. Er starrte vor sich hin&#8230; dachte wieder an Veryd, seinen Gro\u00dfvater&#8230; es war eine Pein f\u00fcr die Seele, doch schien sie nicht abwendbar.<\/p>\n<p>Ein klagendes, nein! eher jammerndes Geheule weckte das Interesse, des Kriegers, der mit leicht gekr\u00fcmmten R\u00fccken auf einem <strong>schmalen Weg stand<\/strong>, der von feuchtem Moos bedeckt war, sah sich um&#8230; Dort hinten&#8230; dort in den Str\u00e4uchern lag ein Wolf, dessen hinterer Lauf gebrochen schien. Zyranes hielt sich den Magen. Seine leeren Augen musterten die Kreatur, die dazu verdammt war, nun ihr Leben zu lassen. Vorsichtigen Schrittes ging er, den Dolch l\u00e4ngst gezogen auf den alten Wolf zu, der die hiesigen J\u00e4ger wohl untersch\u00e4tzt hatte. Ein Korb&#8230; nein eher ein Geflecht aus starken \u00c4sten lag umgesto\u00dfen nicht weit von dem Tier entfernt. Ein L\u00e4cheln verlie\u00df die blassen Lippen Zyranes\u00b4 und er kniete neben dem Wolf, der ihn -mit gefletschten Z\u00e4hnen- anknurrte ab, und griff mit starkem Halt in das Genick des Tieres, hob dessen Kopf etwas an und lie\u00df ihn wieder niedersausen. Die Verletzung des Tieres schien es v\u00f6llig zu paralysieren, denn nicht einmal ein behutsames Schnappen nach der Hand des jungen Kriegers, war zu erkennen. Der Wolf gab sich seinem Schicksal hin, als k\u00f6nnte er in Zyranes Augen ablesen, dass er sich bestimmt nicht um das hilflose Tier k\u00fcmmern wolle. Knurrend, aber dennoch zur\u00fcckhaltend wurde Zyranes wieder und wieder mit dem Kopf des Tieres angesto\u00dfen.<\/p>\n<p>Mit einem Satz fuhr <strong>der Krieger<\/strong> hoch, sah Richtung Himmel, hielt den blitzenden Dolch, der mit geronnenem Blut teilweise \u00fcberzogen war gen Nordmond, murmelte kurz und stie\u00df den Doclh unter lautem \u00c4chzen in die Sch\u00e4delplatte des Tieres, bohrte im Haupte herum und zog den Dolch langsam heraus. Das Ger\u00e4usch, mit dem es begleitet war, glich dem Zerquetschen einer fauligen Tomate. Zyranes lie\u00df die Klinge seitlings \u00fcber die Zunge gleiten und geno\u00df das Blut, welches ihm langsam die Kehle herunter floss. Er legte den Kopf nach hinten und fing an zu gurgeln, ann\u00e4hernd die H\u00e4lfte der Fl\u00fcssigkeit, die seine Zunge befeuchtet hatte, lief nun auf der rechten Seite des Mundwinkels herunter und erf\u00fcllte sein Herz mit dem Gef\u00fchl der \u00dcberlegenheit und Macht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/krieger-mit-schwert.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-192\" title=\"Krieger mit Schwert\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/krieger-mit-schwert.jpg\" alt=\"Krieger mit Schwert\" width=\"200\" height=\"288\" \/><\/a>Das verreckte Tier lag, im eigenem Blut besudelt, noch immer vor dem Krieger, der erneut den Dolch \u00fcber sich hob, mit der rechtem Hand fest umschloss und damit begann, kleine St\u00fccken des Fells, welches den kr\u00e4ftigen R\u00fccken bedeckte, durch seitliche Schnitte zu entfernen. Er war wie in einem Rausch, stach unz\u00e4hlige Male in das kalte Tier, welches beinahe blutleer schien. Er konnte tun, wonach ihm beliebte, doch war die Beute, die sein Dolch ein jedes mal schlug, nur einige Tropfen des Lebenssaftes. Ver\u00e4rgert griff Zyranes unter den Bauch des Tieres, drehte es auf den R\u00fccken. Ein dumpfes Ger\u00e4usch begleitete den n\u00e4chsten Hieb mit dem Dolch, vom Kinn bis abw\u00e4rts zu den Genitalien des Wolfes. Zyranes starrte auf das Fleisch, welches der scharfen Klinge nachgab und die Innereien des Tieres freilegte. Er griff nach dem Herzen des Tieres und schnitt es in der Mitte auf, lie\u00df die Zunge kreisend her\u00fcber gleiten und biss dann kr\u00e4ftig hinein, so dass ein guter Teil seines Gesichtes blutverschmiert war&#8230;<br \/>\nEr lie\u00df das Herz zu Boden fallen, hob den rechten Fu\u00df einen halben Meter in die H\u00f6he und lie\u00df ihn auf das verschandelte Organ krachen, welches zu einer gelee-artigen Masse unter seinem Schuhwerk wurde. Zyranes stie\u00df ein Lachen aus, welches die gesamte Umgebung erf\u00fcllte, einen unglaublichen L\u00e4rm verursachte und in ein krankes Kichern \u00fcberging, welches ann\u00e4hernd 1 Minute dauerte. Er trat den ge\u00f6ffneten Korpus des toten Wolfes in das Gestr\u00fcpp und stampfte entschlossen davon.<\/p>\n<p>Die Zeit verstrich und die Tage zogen ins Land, bis Zyranes L\u00b4hyrahz endlich, nach so langer Zeit, auf andere seiner Art traf. Er hatte schon beinahe vergessen, dass es um ihn herum auch andere Menschen gab.<\/p>\n<p>Dort vor ihm&#8230; am Horizont&#8230; Dort konnte er die Rauchschwaden der Kamine erblicken, konnte den Trubel und das Treiben vernehmen, welches sich in der kleinen Ortschaft abspielte. Er ging nun schneller&#8230; hatte endlich ein Ziel. Und es lag direkt vor ihm.<br \/>\nW\u00fcrde er sich hier niederlassen k\u00f6nnen? Oder ist der Drang in seiner Brust doch st\u00e4rker, und er zieht weiter, wie er es bisher immer tat&#8230; nachdem er der einzigste \u00dcberlebende war, denn durch seine kr\u00e4ftigen H\u00e4nde, brachen schon unz\u00e4hlige Genicke. Unz\u00e4hlbar viele Seelen hatte er -in seinem jungen Leben schon- auf dem Gewissen.<\/p>\n<p>Als er grad einmal 11 Winter alt war, t\u00f6tete Zyranes zum ersten mal in seinem Leben. Ein Pferd&#8230; besser gesagt, das Pferd seines Vaters, Razares L\u00b4hyrahz. Es war kein Streich! es war der blo\u00dfe Trieb, tief in seinem Herzen, der ihn befehligte zu T\u00f6ten. Es fiel ihm nicht schwer&#8230; nein! es schien ihn mit Freude zu erf\u00fcllen. Immer wieder, und wieder, wenn er den Dolch in das weiche Fleisch bohrte und mit ansah, wie sich sein Gegen\u00fcber vor Schmerz windete.<\/p>\n<p>Von da an, t\u00f6tete er aus Lust&#8230; doch tat er es nur, wenn er es f\u00fcr gerechtfertigt hielt&#8230; immer, wenn er ein Leben beendete, dachte er dar\u00fcber nach, ob es gerecht wahr&#8230; und er war immer dieser Meinung. Bis zu dem Tage, an dem er aus Wut seinen Nachbarn erschlug, nur weil jener Zyranes darauf aufmerksam machte, dass ein weiteres Bier nicht gut f\u00fcr den klaren Geiste sei.<\/p>\n<p>Das Geschrei des alten Mannes, hat er noch heut in den Ohren. Doch nach dieser Tat, die er nur f\u00fcr einen kurzen Augenblick bereut hatte, war der D\u00e4mon in seiner Seele entfesselt. Nie wieder dachte er nach, ob es rechtens sei&#8230; Der Dolch f\u00fchrte nun ihn und nicht umgekehrt.<br \/>\n<strong>Zyranes war lediglich von einem besessen<\/strong>&#8230; er wollte das Blut seiner Gegen\u00fcber, an seinem K\u00f6rper sp\u00fcren, wollte es schmecken, sehen, wie es sich ergie\u00dft&#8230;<\/p>\n<p>Blut! Es war das Einzigste, was der <strong>jungen Krieger<\/strong> trieb&#8230; der blo\u00dfe Drang nach Blut.<\/p>\n<p><em><strong>Charstory<\/strong> Zyranes L\u00b4hyrahz<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gef\u00fchl der Ungewissheit nahm von dem sonst so starken Geist Besitz ein und trieb ihn weiter und weiter in die Dunkelheit, die ihre Schatten \u00fcber die gesamte Insel geworfen hatte. Einige Zeit war nun vergangen und Zyranes st\u00fctzte seinen erm\u00fcdeten K\u00f6rper gegen eine Birke, die von einem Blitzschlag in zwei Teile gespalten war, hechelte und hielt sich den Brustkorb, musste husten. Ein abscheuliches Ger\u00e4usch, gefolgt von einem leichten W\u00fcrgen lie\u00df das Gesicht des Kriegers etwas kr\u00e4nklich wirken. Die Schwei\u00dfperlen liefen ihm \u00fcber die Stirn und die langen Haare, die noch immer ordentlich gebunden waren, trieften nur so vor N\u00e4sse.<\/p>\n","protected":false},"author":2262,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[19,31],"class_list":["post-183","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fallen-lands-allgemein","tag-charstory","tag-dunkler-krieger"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/183","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2262"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=183"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/183\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":194,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/183\/revisions\/194"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=183"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}