{"id":295,"date":"2009-03-23T23:11:50","date_gmt":"2009-03-23T22:11:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/?p=295"},"modified":"2009-03-23T23:11:50","modified_gmt":"2009-03-23T22:11:50","slug":"charstory-kalan-von-orl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/charstory-kalan-von-orl","title":{"rendered":"Charstory &#8211; Kalan von Orl"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/ritter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-297\" title=\"Ritter Kind\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/ritter.jpg\" alt=\"Ritter Kind\" width=\"179\" height=\"289\" \/><\/a>Es war ein wunderbarer Fr\u00fchlingsmorgen. Andarg spielte vor der Stadt seines Vaters auf den weiten, gr\u00fcnen Wiesen. Er hatte gerade sein siebzehntes Lebensjahr begonnen. Eines seiner Lieblingsspiele war das Fechten mit Holzwaffen. Er hatte seinen besten Freund, Timat den Sohn des Schmiedes herausgefordert und nun lieferten sie sich einen erbitterten Kampf vor der Burg. Andarg b\u00fcckte sich unter einem Schlag und warf sich gegen seinen Freund, sie gingen beide zu Boden. Als sie sich lachend wieder aufrichteten, h\u00f6rte Andarg aufgeregte Rufe aus Richtung der Stadt. Er dreht sich in die Richtung der Rufe und sah wie Antaja, seine Amme auf sie zulief. Als sie prustend vor ihnen zum stehen gekommen war, schaute sie die beiden aufgebracht an. &#8220;<strong>Kalan<\/strong>, wie oft habe ich dir schon gesagt, dass ihr nicht soweit von der Stadt weglaufen sollt!&#8221; Andarg grinste leicht mit dem Blick eines Engels schaute er zu ihr hoch&#8221; Es tut mir leid, aber ich kann da nichts f\u00fcr. Das war der Drachen!&#8221; Antaja schaute ihn ungl\u00e4ubig an, bis sie begriff, dass es sich nur um die Phantasien eines kleinen Jungen handeln konnte. Sie sch\u00fcttelte seicht den Kopf &#8221; Dein Vater will mit dir sprechen, also komm jetzt.&#8221;<\/p>\n<p>Einige Minuten sp\u00e4ter lief Andarg in die Versammlungshalle, dem zentralen Raum im Schloss seines Vaters. Der m\u00e4chtige, alte Mann sa\u00df zusammengesunken mit kaum ge\u00f6ffneten Augen an der gegen\u00fcberliegenden Wand \u00fcber einer Karte. Er schien tief in Gedanken zu sein, Andarg hatte ihn manchmal so gesehen und es war nie ein besonders gutes Zeichen gewesen. Er n\u00e4herte sich langsam, beim Klang seiner kleinen Schritte schaute sein Vater auf. Ein liebevolles L\u00e4cheln zog \u00fcber das faltige Gesicht. &#8221; Ah, Kalan. Gut dass du da bist. Ich muss mit dir reden.&#8221; Der Knabe schaute ihn etwas eingesch\u00fcchtert an. So ernst hatte sein Vater noch nie mit ihm gesprochen. Aber er gehorchte dem Wort seines Vaters und h\u00fcpfte auf einen der etwas zu gro\u00dfen St\u00fchle an der Tafel seines Vaters. Sein Vater begann zu sprechen: &#8220;Kalan, du wie du wei\u00dft ist es in unserer Familie Tradition mit dem erreichen des siebzehnten Lebensjahres im Ausland mit den Studium zu beginnen. Ich w\u00fcnschte es g\u00e4be in unserer n\u00e4heren Umgebung eine \u00e4hnlich gute Schule wie in Vesper, aber dem ist nun einmal nicht so. Also, deine Mutter und ich haben beschlossen, dass du in Vesper studieren wirst. Das Schiff lichtet Ende der Woche im Hafen der Stadt den Anker.&#8221; Andarg schaute ungl\u00e4ubig zu seinem Vater hoch, er war kurz davor in Tr\u00e4nen auszubrechen. Sein Vater meinte mit trauriger Stimme: &#8220;Mein Sohn, es ist zu deinem Besten, wir haben hier Feinde und nur dort bist du in Sicherheit und kannst eine gute Schule besuchen. Also, weine nicht, wir werden dich so h\u00e4ufig besuchen, wie m\u00f6glich.&#8221;<\/p>\n<p>Einige Tage sp\u00e4ter standen Andarg und seine Eltern am Pier der Stadt. Nach ausschweifenden Verabschiedungen und Versicherungen von Besuchen, von Seiten seiner Eltern, gingen die beiden aufs Schiff und es legte ab.<br \/>\nZwei Tage und drei N\u00e4chte sp\u00e4ter setzte Andarg seinen Fu\u00df auf den Boden Vespers. Er schaute sich auf dem gesch\u00e4ftigen Pier um und wandte sich dann der Stadt zu. Frohen Schrittes n\u00e4herte er sich dem Tor zur Stadt. Er bemerkte nicht die blicke aus dunklen Augen, welche ihm folgten, auch nicht als sich der Schatten, welcher ihn zun\u00e4chst nur beobachtete, ihm nun in einiger Entfernung folgte. Andarg hielt am n\u00e4chsten Wegweiser und suchte nach einem Eintrag der auf die Richtung zur Universit\u00e4t hinwies. Als er dort einen Moment innehielt, verschwand der Schatten pl\u00f6tzlich in einer dunklen Gasse. Andarg fand den Eintrag und wandte sich in die Angegebene Richtung. Er lief einige Minuten und schl\u00e4ngelte sich dabei durch die emsigen Menschenmassen, welche diesen Teil der Stadt bev\u00f6lkerten. Langsam n\u00e4herte er sich einem gro\u00dfen Holztor mit kunstvollen Eisernen Beschl\u00e4gen. Seine Hand wanderte zum wuchtigen Klopfer, doch gerade als er ihn ber\u00fchren wollte, rasten mehrere schwarz vermummte Reiter um die Stra\u00dfenecke und hielten genau auf ihn zu. Vor Schock war er nicht in der Lage sich zu wehren oder wegzulaufen, so packte ihn eine unmenschlich starke Hand und riss ihn hoch auf den Pferder\u00fccken. Als w\u00e4re er ein leichtes Kind wurde er vor den Reiter auf den Sattel gesto\u00dfen und mit einer Hand in einem eisernen Griff festgehalten. Die Reiter bewegten sich mit wahnwitziger Geschwindigkeit auf den Stadtausgang zu. Sie passierten das Tor, ohne dass die Wachen in der Lage waren mehr als einen emp\u00f6rten Ruf abzulassen. Nach der Passage des Tores ritten die M\u00e4nner mit unverminderter Geschwindigkeit weiter und auf den Waldrand zu, wo sie nach wenigen Sekunden in das sch\u00fctzende Dunkel des tiefen Waldes abtauchten. Andarg hatte bis dahin noch keine M\u00f6glichkeit gehabt seine H\u00e4scher von Angesicht zu sehen, doch w\u00e4hrend der rasanten Flucht war seinem &#8220;Bewacher die Dunkle Kapuze leicht verr\u00fcckt und Andarg konnte einen unnat\u00fcrlich dunklen Halsansatz erkennen. Es sah aus als sei die Haut seines Entf\u00fchrers aus Ebenholz, sie war schwarz wie Asche. Der Mann schien seinen Blick auf unnat\u00fcrliche Weise bemerkt zu haben und wendete sich zu ihm. Er hob die m\u00e4chtige Hand und versetzte dem Jungen einen Schlag, welcher ihm auf der Stelle das Bewusstsein raubte.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste, was Andarg wahrnahm, war der modrige Geruch, der ihm aus den Kellergew\u00f6lben der heimischen Burg bekannt vorkam. Er \u00f6ffnete leicht die Augen, doch schon das tr\u00fcbe Licht der Fackeln reicht aus ihn mit schmerzverzerrtem Gesicht zur\u00fcck zucken zu lassen. Er hatte grauenvolle Kopfschmerzen, als habe er an einem Abend den gesamten Weinvorrat seines Vaters gelehrt. Sein n\u00e4chster Versuch verlief \u00e4hnlich schmerzvoll. Erst nach dem vierten Versuch gelang es ihm einen Tr\u00e4nenverschwommenen Blick auf seine Zelle zu erhaschen. Was er sah, machte ihn nicht besonders viel hoffnungsvoller. Er lag auf einem schmutzigen, anwidernd riechenden Strohsack, welcher vermutlich doppelt so viele Jahre z\u00e4hlte wie er. Der Raum, in dem er untergebracht war, war nicht viel verhei\u00dfungsvoller. Es war eine winzige Zelle mit Steinernen W\u00e4nden, welche schon \u00fcber und \u00fcber von Pilzen, Moosen und anderen Gew\u00e4chsen \u00fcberwuchert waren. Es gab zwei Lichtquellen, die dunklen, schwerf\u00e4llig flackernden Fackeln, welche vor der Gittert\u00fcr seines Verlieses auf dem Gang brannten und das winzige Fenster was auf der direkt gegen\u00fcberliegenden Seite lag. Durch dieses konnte man die Baumkronen des Waldes sehen und der Vollmond spendete sanftes, silbern scheinendes Licht.<\/p>\n<p>Andarg stand m\u00fchsam auf und trat unsicher auf das Fenster zu. Durch die Gitterst\u00e4be konnte er einen kleinen Abschnitt dichten Buschwerks und hohen, alt aussehender Baume sehen. Soweit er sah gab es au\u00dferhalb der Burg, er zweifelte keinen Moment daran, dass er sich in etwas anderem aufhielt, keinerlei H\u00e4user oder Felder. Er wandte sich um und schaute neugierig durch die Gitterstreben der T\u00fcr. Er konnte nur einen kleinen Abschnitt des Ganges sehen, jedoch war zu erahnen, dass dieser sich noch auf beiden Seiten weit erstreckte Andarg begann leicht zu wanken und musste sich wieder auf sein Lager legen. Es dauerte nicht lang und er war wieder in einen zwar tiefen, aber sehr unruhigen Schlaf gefallen. Er tr\u00e4umte von dunklen Gestallten und einem nachtschwarzen Wald, durch den er rannte aber nie einen Waldrand erreichte.<\/p>\n<p>Einige Zeit sp\u00e4ter wurde er unsanft von lauten Schreien und Gebr\u00fcll vom Fenster aus geweckt. Er sprang auf und dr\u00fcckte sein Gesicht an die k\u00fchlen Gitterst\u00e4be. Er sah wie eine Gruppe der schwarz vermummten Wesen einen Hochgewachsenen Mann in gr\u00fcner Kleidung auf die Burg zu schleppten. Der Mann wehrte sich verzweifelt und versetzte den anderen einige sicherlich schmerzhafte Tritte und Schl\u00e4ge. Doch Andarg erinnerte sich noch gut an die \u00fcbermenschlichen St\u00e4rken, welche den Dunklen H\u00e4nden dieser Wesen innewohnten. So hatte der Mann keine Chance und verschwand aus Kalans begrenztem Sichtfeld. Er legte sich wieder hin und dachte noch lange \u00fcber diesen Mann in Gr\u00fcn nach, welcher anscheinend sein Schicksal teilte. Trotz seiner inneren Unruhe schlief Andarg nach einer halben Stunde ein.<\/p>\n<p>Ihm war in dieser Nacht keine Ruhe verg\u00f6nnt. Kurz nach seinem Einschlafen wurde er auch schon wieder durch laute Schritte auf dem Gang vor seiner Zelle geweckt. Kalan, welcher mittlerweile reichlich ersch\u00f6pft war, zog sich an einem hervorstehenden Stein hoch und schaute neugierig auf den Gang. Er hoffte einen Blick auf das Geschehen au\u00dferhalb seiner Zelle werfen zu k\u00f6nnen, doch das einzige, was er mitbekam war wie einige Meter neben ihm eine T\u00fcr ge\u00f6ffnet wurde und ein schwerer Gegenstand in den Raum geworfen wurde. Danach wurde die T\u00fcr wieder geschlossen und die Schritte entfernten sich kurz danach wieder. Als Andarg sich sicher war, dass die W\u00e4chter au\u00dfer H\u00f6rweite waren versuchte er leise Kontakt mit seinem Nachbarn aufzunehmen. Nach mehreren Versuchen antwortete ihm ein schwaches St\u00f6hnen. Er versuchte es erneut und diesmal bekam er eine antwort: &#8220;Wer spricht da? Bin ich Arazel jetzt schon so nah, dass ich seine Worte h\u00f6re?&#8221; Der Junge musste sich ein l\u00e4cheln verkneifen und erkl\u00e4rte: &#8220;Nein, ich kann euch schw\u00f6ren, dass ich nicht Arazel bin. Ihr wandelt noch unter den Lebenden. Sagt, seid ihr es, denn diese Wesen eben in die Burg geschleppt haben?&#8221; &#8220;Ja, nicht so laut, sonst h\u00f6ren uns die Dunkelelfen und dann sind wir geliefert!&#8221; Andarg stockte erschrocken und erwiderte dann: &#8221; Habe ich euch eben richtig verstanden? Dunkelelfen?&#8221; Er hatte m\u00fche sich zu beherrschen um nicht total in Panik zu geraten. Die Stimme antwortete: &#8220;Ja, wir befinden uns auf ihrer Feste! Sagt, wer seid ihr und warum wisst ihr nicht einmal wer euch hierher gebracht hat?&#8221; Andarg begann zu erz\u00e4hlen, wer er war und wie es zu seiner momentanen Situation gekommen war. Als er geendet hatte sprach der andere leise: &#8220;Ihr seid also der Junge, von dem ich in der Stadt geh\u00f6rt habe. Ihr ward es, denn man vor den Toren der Universit\u00e4t verschleppte. Ich muss euch leider etwas trauriges Mitteilen. Eure Entf\u00fchrung war nur ein Teil eines schrecklichen Planes, eure Eltern wurden durch die Gefangennahme von den Dunkelelfen gezwungen an vermeintlichen Friedensverhandlungen zwischen eurem und ihrem Reich teilzunehmen. Wie gesagt, sie waren get\u00fcrkt und euer Vater wurde von ihnen ermordet.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/drow.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-296\" title=\"Drow\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/drow.jpg\" alt=\"Drow\" width=\"215\" height=\"343\" srcset=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/drow.jpg 215w, https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/drow-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><\/a>Noch in derselben Nacht haben die Drows die Burg eures Vaters angegriffen und alle lebenden Wesen in ihr get\u00f6tet. Keiner hat \u00fcberlebt. Die Nachricht kam erst vor wenigen Stunden, durch einen Fischer \u00fcberbracht, der sich gerade noch auf sein Boot retten konnte.&#8221; Es kehrte eine schreckliche Stille ein. Andarg schlug mit dem Kopf zur\u00fcck gegen die Wand und fing an zu weinen. Er hatte in den letzten Stunden seine Eltern, alle seine Freunde und seine Heimat verloren. All dies schlug nun auf ihn ein wie ein unerbitterlicher Pfeilhagel. Nach einigen Minuten fuhr der Mann fort: &#8221; Mein Herr, ich muss euch hier herausbringen, was ihr noch nicht wisst, ist dass ich Harim Juhr bin, ein enger Vertrauter eures Vaters. Er hatte mir befohlen \u00fcber euer Wohl hier w\u00e4hrend eurer Studienzeit zuachten. Ich bin schon vor einigen Wochen hierher aufgebrochen um vor euch hier zu sein. Aber jetzt Still, ich h\u00f6re Schritte!&#8221; Andarg legte sich schnell wieder auf sein Lager und tat so, als ob er tief schlafen w\u00fcrde. Ein Auge hielt er jedoch leicht offen um das Geschehen auf dem Gang weiter beobachten zu k\u00f6nnen. Die Schritte, welche Harim geh\u00f6rt hatte, kamen von einem der Drow W\u00e4chter, welcher ihnen einen kleinen Holznapf mit einer widerlich aussehenden Pampe brachte. Das Wesen b\u00fcckte sich und schob die Schale durch die Gitterst\u00e4be in die Zelle. Der Geruch des Breies war so ekelnd-erregend, dass Kalan sich beinahe \u00fcbergeben musste. Der W\u00e4chter grinste als er die Probleme des Jungen sah und wandte sich zu der Zelle, in welcher Harim lag. Anscheinend machte er den Eindruck noch bewusstlos zu sein, auf jeden Fall hockte sich die Wache hin. Da Andarg nur ein sehr eingeschr\u00e4nktes Sichtfeld hatte, konnte er nicht sehen, was der Vertraute seines Vaters mit dem Drow machte. Er h\u00f6rte nur ein Ger\u00e4usch, als jemand ein St\u00fcck Fleisch durchgeschnitten und sah dann wie der K\u00f6rper des <strong>Drow<\/strong> leblos zur\u00fccksackte. Nun konnte er den Oberk\u00f6rper des Wesens sehen und erkannte eine breite Wunde an der Kehle, aus welcher ununterbrochen eine dunkle, dickfl\u00fcssige Substanz austrat. Dann h\u00f6rte er das klicken eines Schl\u00fcssels in einem Schloss und auf einmal stand der Mann in der Gr\u00fcnen Kleidung vor seiner T\u00fcr. Andarg sprang auf, was seinen Kopf wieder dr\u00f6hnen lies und schaute dem Mann beim \u00f6ffnen der T\u00fcr zu. Dann wischte Harim seinen schmalen Dolch an der Leiche der Wache ab, und zog ihr das nachtschwarze Rapier aus der Scheide. Harim betrachtete ihn pr\u00fcfend, nickte dann und wand sich dann der Treppe zu, welche nur wenige Meter rechts von ihnen in die H\u00f6he f\u00fchrte. Sie schlichen sich vorsichtig die breiten Wendelstufen hoch, bis sie in einen mit tr\u00fcbem Licht ausgef\u00fcllten Raum kamen, welcher nur von einer stark russenden Fackel beleuchtet wurde. Sein Retter schaute sich pr\u00fcfend zu beiden Seiten um und huschte dann zu einer T\u00fcr aus altem Eichenholz. Andarg fragte sich, wo dieser Mann gelernt hatte sich so zu bewegen. Er war leise wie eine Katze dabei aber so gewandt wie ein Panther. Harim bedeutete ihm mit einem Handwink stehen zu bleiben und verschwand hinter der T\u00fcr. Sekunden verzweifelten Wartens begannen f\u00fcr den Jungen. War sein Helfer von den Wachen \u00fcberrascht worden? War er Opfer irgendeines Tricks geworden? Dann tauchte Harim wieder genauso lautlos auf, wie er gegangen war. Mit einem Wink gab er ihm zu verstehen, dass er ihm nun folgen konnte. Als Andarg aus der T\u00fcr\u00f6ffnung vorschritt, sah er dass er sich auf einem Innenhof befand. An der gegen\u00fcberliegenden Seite erkannte er ein kleines W\u00e4chterh\u00e4uschen, vor dem eine weitere Leiche lag. Harim hatte auch hier ganze arbeit geleistet. Sie gingen im Schatten der Wand auf das Tor zu und verschwanden in einer kleinen Nebent\u00fcr, welche im Haupttor eingelassen war.<\/p>\n<p>Andarg folge gehorsam seinem Retter als sich dieser im Schatten der Au\u00dfenmauer auf den Waldrand zu bewegte. Sie duckten sich hinter einem gro\u00dfen Fels und Harim erkl\u00e4rte ihm: &#8220;Siehst du dort oben, hinter den Zinnen die Schatten? Das sind noch mehr Wachen. Wir m\u00fcssen dort dr\u00fcben \u00fcber die Wiese laufen, es sind zwar nur hundert Schritt, aber es gibt keinerlei Deckung. Du wirst vorlaufen und ich komme hinterher. Falls ich es nicht schaffe, gehe zur\u00fcck in die Stadt und nimm einen neuen Namen an. So werden sie dich vorerst nicht finden. Dann schau dich nach Leuten in blau-silbernen Kleidern um. Sie geh\u00f6ren der Streiter des Lichts an. Das ist eine Gemeinschaft von Tapferen, die sich den Kampf gegen <strong>die dunklen M\u00e4chte<\/strong> als Ziel gesetzt haben. Sprich einen von ihnen an und schlie\u00dfe dich ihnen an. Sie werden dir treue Freunde und Kampfesgenossen sein und dir au\u00dferdem einen gewisse Tarnung vor deinen Verfolgern geben.&#8221; Andarg nickte wortlos. Auf einen Befehl Harims hin fing er an zu laufen. Auf einmal h\u00f6rte er hinter sich einen \u00fcberraschten Ruf und als er sich umsah erkannte er, wie die <strong>Drow<\/strong> auf der Mauer ihre B\u00f6gen spannten und auf ihn anlegten. Dann war auch schon Harim hinter ihm und er rannte, wie noch nie in seinem Leben. Er erreichte den Waldrand und sprang keuchend in ein Geb\u00fcsch. Sein Freund folgte ihm taumelnd und viel hinter die Deckung. Der Junge besah sich den K\u00f6rper und sah aus dem R\u00fccken mehrere Pfeilenden ragen. Harim st\u00f6hnte leicht, doch als Andarg sich an den Pfeilen zu schaffen machen wollte stie\u00df er ihn entschlossen zur\u00fcck und sagte: &#8221; Ich werde versuchen sie abzulenken. Lauf du zur Stadt und tu was ich dir gesagt habe! Los jetzt, gleich werden sie kommen!&#8221; Der Junge stand auf, schaute sich noch einmal zu Harim um, welcher ihm aufmunternd zunickte. Dann wandte er sich um und rannte los.<\/p>\n<p>Er taumelte einige Zeit ziellos durch den Wald, bis er schlie\u00dflich ein Licht zwischen den B\u00e4umen scheinen sah. Er schlich vorsichtig n\u00e4her, immer noch vor seinen Verfolgern Angst habend. Doch als er an den Waldrand trat, sah er die Stadt und das einladende Licht Eines Wachpostens am Stadttor. Er ging langsam n\u00e4her und passierte problemlos die Wache. Er machte sich auf die suche nach einer Taverne, in welcher er sich einmietete und die Kosten durch N\u00e4harbeiten ausl\u00f6ste. In der Taverne war er unter dem Namen <strong>Kalan van Orl eingemietet<\/strong>. Dies sollte sein neuer Name sein. Er verbrachte seine Tage auf den Stra\u00dfen Vespers, immer nach den Menschen in blau-silbern Ausschau haltend. Eines Tages fiel ihm ein Mann in eben jenen Farben auf, welcher mit einem \u00f6rtlichen Schneider feilschte. Er n\u00e4herte sich ihm und tippte ihm sch\u00fcchtern auf die Schulter. Der Mann wandte sich um und Kalan fing an ihm seine Geschichte zu erz\u00e4hlen\u2026<\/p>\n<p><strong><em>Kalan von Orl &#8211; Fallen Lands<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch in derselben Nacht haben die Drows die Burg eures Vaters angegriffen und alle lebenden Wesen in ihr get\u00f6tet. Keiner hat \u00fcberlebt. Die Nachricht kam erst vor wenigen Stunden, durch einen Fischer \u00fcberbracht, der sich gerade noch auf sein Boot retten konnte.&#8221; Es kehrte eine schreckliche Stille ein. Andarg schlug mit dem Kopf zur\u00fcck gegen die Wand und fing an zu weinen. Er hatte in den letzten Stunden seine Eltern, alle seine Freunde und seine Heimat verloren. All dies schlug nun auf ihn ein wie ein unerbitterlicher Pfeilhagel. Andarg legte sich schnell wieder auf sein Lager und tat so, als ob er tief schlafen w\u00fcrde. Ein Auge hielt er jedoch leicht offen um das Geschehen auf dem Gang weiter beobachten zu k\u00f6nnen. 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