{"id":305,"date":"2009-12-19T23:17:07","date_gmt":"2009-12-19T22:17:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/?p=305"},"modified":"2009-12-23T00:25:07","modified_gmt":"2009-12-22T23:25:07","slug":"auf-dunklen-pfaden-waechter-des-baron","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/auf-dunklen-pfaden-waechter-des-baron","title":{"rendered":"Valdar : auf dunklen Pfaden &#8211; W\u00e4chter des Baron"},"content":{"rendered":"<h4>Arthurius, Schriftrolle \u00fcber Valdar<\/h4>\n<p>Es war sehr still geworden in der kleinen Kammer. Schon seit einer guten halben Stunde war kein Laut erklungen, der einen schwachen Widerhall an den nahezu kahlen W\u00e4nden h\u00e4tte erzeugen k\u00f6nnen. V\u00f6llig ruhig sa\u00df Arthurius auf der Pritsche, die mit einem kleinen Beistelltisch, einem Hocker und einem klobigen Holzschrank die gesamte Einrichtung der Kammer bildete und starrte auf die leere Wand vor sich. Neben ihm auf der sorgsam gefalteten Bettdecke lag eine aufgerollte Schriftrolle.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/schriftrolle-des-lichts.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-309\" title=\"Schriftrolle\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/schriftrolle-des-lichts.jpg\" alt=\"Schriftrolle\" width=\"230\" height=\"202\" \/><\/a>Irgendjemand hatte sie ihm auf dem Gang in die Hand gedr\u00fcckt und er hatte sich in seine Stube zur\u00fcckgezogen, um sie zu lesen. Nun sa\u00df er reglos auf dem Bett und dachte an den, der diese Zeilen geschrieben hatte.<br \/>\nEwig hatte er von Valdar nichts geh\u00f6rt, und noch l\u00e4nger hatte er ihn nicht gesehen. Nicht selten wollte er schon an das Schlimmste denken, doch jedes Mal vertrieb das Vertrauen in Arazel, der bestimmt seine Hand \u00fcber Valdar hielt, die gr\u00f6\u00dften Sorgen. Es musste ihm einfach gut gehen &#8211; und doch hatte nicht einmal Ariana gewusst, wo er sich aufhielt&#8230;<br \/>\nEin langer Seufzer durchhallte den kleinen Raum. Arthurius streckte wie versteinert die Hand aus und zog die Schriftrolle abermals auf seinen Scho\u00df. Die Streiter des Lichts hatten einen weiteren, gro\u00dfartigen K\u00e4mpfer verloren, sowohl reich an St\u00e4rke, als auch an Geisteskraft. Kandor und Siegem waren nun die letzten, die Arthurius mit Erinnerungen an die Streiter des Lichts verband &#8211; und nat\u00fcrlich Isgrimnur, der unerm\u00fcdliche Schmied. W\u00fcrden sie das Loch f\u00fcllen k\u00f6nnen, das Valdar ihnen hinterlie\u00df? F\u00fcr einen Moment f\u00fchlte Arthurius eine starke Sehnsucht, einfach den Umhang des Ordens abzuwerfen, und seinen alten Freunden zur Unterst\u00fctzung zu eilen, doch ebenso schnell verga\u00df er jenen Gedanken wieder. Siegem und Kandor waren f\u00e4hige M\u00e4nner, sie w\u00fcrden es unbedingt ohne ihn schaffen. Arthurius hoffte nur, dass man ihm eine kurze Botschaft zukommen lassen m\u00f6ge, wenn man seine Hilfe brauchte. Er wandte sich wieder Valdars Brief zu. Immer wieder glitten seine Blicke \u00fcber die eine Zeile:<br \/>\n&#8220;Was bin ich Arazel noch wert? Ein nichts, ein Niemand ist der Sch\u00e4fer, der sich um seine Schafe nicht k\u00fcmmert.&#8221;<\/p>\n<p>Vorsichtig strich Arthurius mit dem Finger \u00fcber die Buchstaben, als wollte er sie so vom Papier entfernen.<br \/>\n&#8220;Du fragst dich, was du dem Herrn wert bist&#8221;, murmelte er leise. &#8220;Alles, alles bist du ihm wert. Wenn nur ein einziges Wesen auf dieser Welt dich zu lieben imstande ist, so ist dein Wert im Angesicht des Herrn mit Worten nicht zu fassen.&#8221;<br \/>\nDer Gedanke schmerzte, dass sein erster und bester Freund nun irgendwo umherirrte und seinem Leben wom\u00f6glich von Tag zu Tag immer weniger Wert zuma\u00df. Nicht einen Hinweis, wo er zu finden war, hatte Valdar hinterlassen, doch Arthurius war sich sicher, dass sich ihre Pfade eines Tages ganz sicher noch einmal kreuzen w\u00fcrden &#8211; wenn vielleicht auch nicht in dieser Welt.<br \/>\nEin fl\u00fcchtiges und kaum erkennbares L\u00e4cheln trat auf Arthurius&#8217; Z\u00fcge. Valdar und er hatten viel zusammen durchgemacht, und so, wie aus Arthurius allm\u00e4hlich ein erwachsener, selbstst\u00e4ndiger Mann geworden war, so war auch Valdar sehr gewachsen. Er w\u00fcrde auf sich aufpassen, so wie auch Arazel seinen Segen \u00fcber ihn halten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&#8220;Wende Dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich&#8221;, murmelte Arthurius nur noch leise.<\/p>\n<p>Dann nahm er die Schriftrolle, band sie sorgsam mit dem seidenen Band zusammen und legte sie in die einzige Schublade des Nachttischchens neben sich.<\/p>\n<h4><strong>Valdar&#8217;s Bruder Haidron und der Wanderer<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/fantasy-wald.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-312\" title=\"Fantasy Wald\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/fantasy-wald.jpg\" alt=\"Fantasy Wald\" width=\"250\" height=\"258\" \/><\/a>Da ritt Valdar nun, schon einige Monate, war es her, seit er die Inseln verlassen hatte. Mit vielen Schiffen war er in dieser Zeit gefahren und lange umhergeritten, seit er das Reich der mystischen Inseln verlassen hatte. Doch in keiner Stadt und keinem Dorf konnte oder wollte ihm jemand etwas \u00fcber Haidron erz\u00e4hlen. Entweder mochte ihn nur niemand, oder aber er&#8230;.nein, das wollte Valdar nicht glauben. Zuletzt war er in einem kleinen Ort, in dem kaum mehr als 100 Seelen wohnten.<br \/>\nDie Bewohner hatten ihm den Pfad zur n\u00e4chsten gr\u00f6sseren Stadt gewiesen, angeblich 30 Wegstunden zu Fuss durch einen Wald, aber es sei ein Pfad, wenn man genau hinsehe. Valdar packte f\u00fcr 3 Tage Proviant ein, der Meinung, mit seinem guten Pferd werde er es schaffen. Nun waren kehrte der Nachmittag des 3. Tages Valdar den R\u00fccken und die Sonne ging langsam und leuchtend im Westen wie ein roter Feuerball unter.<br \/>\nValdar kam zu einer Weggabelung, am Rande sass ein in grau und braun gekleideter Mann und a\u00df etwas, beinahe h\u00e4tte Valdar ihn \u00fcbersehen. Er brachte das Pferd knapp neben ihm zum Stehen. &#8220;Seid gegr\u00fcsst, Wanderer!&#8221; sagte er, ihn vom Pferd aus betrachtend. Wanderer&#8230;.ob das wohl die richtige Bezeichnung f\u00fcr den kleinen Mann in seinen Lumpen, wie Valdar nun erkannte, war? Dreckig war er, mit Zerzaustem Haar, einem ungepflegtem Bart, ein diebisches Gesicht mit kleinen, hinterh\u00e4ltigen Augen und einem fiesen l\u00e4cheln, das das dreckige Gesicht nicht sch\u00f6ner erschienen liess&#8230;<br \/>\nH\u00e4tte Valdar ihn nicht gleich mit &#8220;Bandit&#8221; ansprechen sollen? Er Kerl schaute b\u00f6se grinsend herauf. &#8220;Gr\u00fcsse, der werte Herr&#8221; w\u00fcrgte er hervor, und dennoch klang es so freundlich und ehrerbietig, wie Valdar es nur von Isgrimnur kannte. &#8220;Was f\u00fchrt euch hier her, edler Herr auf stolzem Ross?&#8221; &#8220;Ihr w\u00fcrdigt mich zu hoch, Wanderer&#8221; Valdar benutzte wieder diese Anrede, obwohl seine Intuition ihm sagte, dass die andere die richtigere gewesen w\u00e4re.<br \/>\n&#8220;Meine Angelegenheiten sind die meinen, doch ich w\u00fcrde euch bitten, mir den Pfad nach Agora zu weisen. Ich wollte dort schon l\u00e4ngst eingetroffen sein.&#8221; sagte Valdar in einem Ton, der zwar freundlich klang, aber so, dass der &#8220;Wanderer&#8221; doch besser kein zweites mal nach Valdars Interessen fragen w\u00fcrde, wie Valdar sich erhoffte. Der Bandit bedeutete ihm den Weg, den er zu reiten hatte, und meinte, es w\u00e4ren nur noch etwa 2 Stunden zu Fuss bis man die Stadttore sehen kann. So allm\u00e4hlich fragte sich Valdar, ob er den Mann nicht doch falsch eingesch\u00e4tzt hatte.<br \/>\nSchon im Davonreiten drehte er sich noch einmal um:&#8221;Ihr kennt nur zuf\u00e4llig einen Magier namens Haidron, oder?&#8221; Der Wanderer machte grosse Augen und starrte ihn entsetzt an. &#8220;Nein, werter Herr, ich habe nie von ihm geh\u00f6rt, Sire&#8221; stammelte er. Sei Gesicht war angsterf\u00fcllt, schon alleine der der Name schien ihm die G\u00e4nsehaut auf den R\u00fccken zu treiben. Valdar kam wieder n\u00e4her an ihn heran. Der \u00e4ngstliche Kerl war aufgestanden, und doch schaute Valdar noch von weit oben auf ihn herab. Valdar&#8217;s Blick durchdrang ihn f\u00f6rmlich, mit grossen, weit aufgerissenen Augen sah er ihn. Valdar schien seine Ehre und seinen Stolz, mit dem er sonst durch die Lande schritt, verloren, und daf\u00fcr etwas anderes gewonnen zu haben: etwas, das dem Mann Angst machte.<br \/>\n&#8220;Wo ist Haidron?&#8221; fragte Valdar. Der Bandit wich zur\u00fcck, als s\u00e4he er den von ihm scheinbar so gef\u00fcrchteten Haidron pers\u00f6nlich vor sich. &#8220;Ich, ich&#8230;.ich weiss..es nicht&#8221; stammelte er. Valdar stieg ab. &#8220;Sagt es mir, ich muss ihn finden!&#8221; sagte er, doch f\u00fcr den Wanderer klang dies wie ein greller, lauter Schrei, der im ganzen Wald zu h\u00f6ren war.<\/p>\n<p>&#8220;Er&#8230;er ist &#8230;..tot&#8230;zum Gl\u00fcck&#8230;.&#8221; brachte er angsterf\u00fcllt hervor. Diesmal schrie Valdar wirklich, aber es klang nicht mehr gef\u00e4hrlich, sondern es war eher ein Schrei der Verzweiflung:&#8221; WAS, tot? Das kann nicht euer Ernst sein, woran ist er gestorben?&#8221;. Der Mann gab ihm kleinlaut zur Antwort, dass er ermordet worden w\u00e4re.<\/p>\n<p><em>Einige Wochen zuvor:<\/em><\/p>\n<h4><strong>die Krieger des General&#8217;s rammen die Burg<\/strong><\/h4>\n<p>Da war er nun, mit Schild und Schwert in der Hand ging er in der 4. von 25 Reihen in voller R\u00fcstung dem schweren Burgtor entgegen. Er schaute sich um. Links vor ihm war eine Ramme, rechts, etwas weiter hinter ihm ein Katapult. Er seufzte. Warum musste gerade er diese Schlacht f\u00fchren? Warum nur musste er ausgerechnet mit zu den eintausend besten Kriegern des Landes geh\u00f6ren? Unter lautem Klappern und Krachen der R\u00fcstungen, knarzen der R\u00e4der und Kampfgeschrei einiger Krieger kam das Schwarze Tor in der Schwarzen Wand immer n\u00e4her. Es sah bedrohlich aus, in der Sommersonne, die eben hinter der Burg aufgegangen war. An beides Seiten des Tores stand je ein Wachturm, beide unbesetzt, je ein weiterer Turm befand sich an jeder Ecke des Burgwalles, sie schienen ebenfalls unbesetzt. Die Burg ragte h\u00f6her, je n\u00e4her das Heer kam.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krieger-mit-schild-und-schwert.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-314\" title=\"Krieger mit Schild und Schwert\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krieger-mit-schild-und-schwert.jpg\" alt=\"Krieger mit Schild und Schwert\" width=\"391\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krieger-mit-schild-und-schwert.jpg 391w, https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krieger-mit-schild-und-schwert-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 391px) 100vw, 391px\" \/><\/a><br \/>\nEr schaute auf. Schaute auf die Sonne, lies den Blick sinken, schwenkte \u00fcber die vielen Firsten und G\u00e4nge auf der Burg hinweg um sich dann wieder am Tor und den beiden T\u00fcrmen festzukrallen. So langsam bekam er es mit der Angst, der Wall war nur noch wenige hundert Schritte entfernt. Er umklammerte den Schwertknauf fester, gleichzeitig mit dem Gedanken, dass ihn das auch nicht das Leben retten w\u00fcrde. Er musste darum k\u00e4mpfen. Nicht umsonst hatte der Baron ihn mit auserw\u00e4hlt. Ihn und so viele andere. Ein Tausend an der Zahl. Die besten Krieger und S\u00f6ldner, die der Baron finden konnte. Lange hatte er diesen Angriff geplant und es sollte nichts schiefgehen. Ja! So wollte es der Baron und so sollte es sein.<br \/>\nIm Gleichschritt ging es vorw\u00e4rts, bis auf einmal der General den Befehl zum Stehenbleiben gab. Der Trupp stoppte. Die erste Reihe stand schon fast vor dem Burgtor. Der General liess die Katapulte laden und die Rammen nach vorne fahren. Quietschend rollen die beiden Rammen langsam bis vor das Tor. Sie platzierten sich vor je einem Torfl\u00fcgel. Im Hintergrund vernahm er noch, wie die Katapulte unter einigen Schreien geladen wurden. Er blickte hinauf. Oben, auf einem Gang, der um die Burg herumf\u00fchrte, glaubte er jemanden sehen zu k\u00f6nnen, ja, dort waren zwei Personen&#8230;.Doch nicht etwa die zwei&#8230;Er wusste es nicht, er konnte nicht viel erkennen, die Sonne stand noch zu tief.<br \/>\nRuhe kehrte ein. Dann ein Schrei, ein Knall und 2 Steine flogen nach vorne. Doch nicht etwa, wie er vermutete in Richtung der Gestalten, einer flog \u00fcber das grosse Tor in den Vorhof. Der andere traf einen der beiden T\u00fcrme am Tor, etwa in halber H\u00f6he, allerdings zeigte der Aufschlag keine Wirkung ausser ein paar verschobenen Ziegeln am Turm.<br \/>\nVon vorne brach nun ein Ohrenbet\u00e4ubendes H\u00e4mmern und Krachen los: Die Rammen machten sich am Tor zu schaffen. Sie brauchten einige Schl\u00e4ge, doch leider flog das Tor nicht aus den Angeln, so wie es h\u00e4tte sein sollen. Die Linke Ramme traf den Fl\u00fcgel zu heftig und schmetterte ein grosses Loch hinein. Einige der K\u00e4mpfer machten sich sofort daran, sie umzusetzten, um es an anderer Stelle noch einmal zu versuchen. Auf der Rechten hatten sie mehr Gl\u00fcck. Das Holz brach zwar an, aber am Schloss, so dass das Tor ge\u00f6ffnet werden konnte.<br \/>\nLangsam und nur unter viel M\u00fche konnten mehrere Krieger das Tor \u00f6ffnen. Dahinter lag nicht, wie erwartet, ein Vorhof, nein. Es war ein Friedhof, wenn man das so nennen kann. Es standen keine Grabsteine, man sah nur die menschengrossen, mit lockerer Erde zugesch\u00fctteten L\u00f6cher im Boden. Hunderte. Bestimmt zehn Dutzend. Er schrak zur\u00fcck. Und nicht nur er. In den Augen der neben ihm stehenden sah er genau die Angst, die er in den seinen schon eine ganze Weile vermutete. Er fasste sich und zwang sich, sich auf den Kampf zu konzentrieren. Er schaute wieder vor.<br \/>\nDie zwei Rammen wurden erst einmal zur Seite ger\u00e4umt und der General gab den Befehl, den Schlossfriedhof zu st\u00fcrmen. Der Trupp setzte sich laut klappernd in Bewegung, wurde aber schon nach einigen Sekunden wieder langsamer und kam schliesslich zum Stillstand.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/kampf-messer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/kampf-messer.jpg\" alt=\"Krieger Kampf mit Messer\" title=\"Krieger Kampf mit Messer\" width=\"350\" height=\"261\" class=\"alignleft size-full wp-image-328\" srcset=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/kampf-messer.jpg 350w, https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/kampf-messer-300x223.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Er konnte auch sehen warum sie stoppten, es machte ihm Angst, was musste er auch so weit vorne stehen? Die Erde auf den kleinen Grabh\u00fcgeln bewegte sich. Langsam kamen hier und da ein Arm, manchmal auch ein Bein hervor. Es war ein grausamer Anblick. Es hingen Hautfetzen herab, wenn \u00fcberhaupt noch manchmal Haut dran war. Oft konnte man sogar die Knochen sehen. Oder man sah eben keine Arme dort, wo sie h\u00e4tten sein m\u00fcssen. Zombies.<\/p>\n<p>&#8220;ANGRIFF&#8221; br\u00fcllte der General, der sich nun schon etwas zur\u00fcckgezogen hatte.<br \/>\n&#8220;ANGRIFF, MACHT SIE FERTIG, SCHLAGT IHNEN AB, WAS NOCH DRAN IST!&#8221;<\/p>\n<h4><strong>Zombies &#8211; Krieger Ikura<\/strong><\/h4>\n<p>Die Krieger reagierten. Sie st\u00fcrmten in den Hof und begannen unter lauten Kampfschreien, auf die Zombies und Skelette einzuschlagen. Er, Ikura, war auch mit dabei, endlich bekam er den Kampf, den er nie wollte, aber es musste ja sein. Es war nicht oft, dass er einen Schlag abbekam, die Zombies waren einfach zu langsam, aber wenn er einstecken musste, musste er sich danach erst einmal wieder fassen, unter der Wucht der Schl\u00e4ge sah er aus den Augenwinkeln einige seiner Mitstreiter zusammenbrechen.<br \/>\nDie Zombie schienen in der \u00dcberzahl, klar, sie waren keine 1000, aber der Grossteil der Krieger stand ja noch ausserhalb der Schlossmauern. Sie konnten nicht herein, die Torfl\u00fcgel und das Tor selber machten die Stelle zu einem grausamen Engpass und zu allem \u00dcbel hielten die Zombies sehr gut stand.<br \/>\nStich &#8211; Schwung &#8211; Schlag &#8211; Hieb. Der Zombie vor ihm hatte nun ein Loch im Bauch und einen Arm weniger, war platschend zu Boden gefallen. Daf\u00fcr lag aber auch Ikura am Boden. Der Hieb eines zweiten Zombies hatte ihn doch glatt umgeworfen. Schnell stand er wieder auf den Beinen und nahm sich den anderen vor. Das Schild beim Fall verloren, fasste er sein Schwert mit beiden H\u00e4nden, holte weit aus und liess es auf den Untoten herniedersausen. Mit ungeheurer Leichtigkeit durchschnitt es den Feind von der Schulter durch die Brust bis zur H\u00fcfte. Oberk\u00f6rper und Beine schlugen schmatzend auf den Boden. Er suchte schon den n\u00e4chsten, aber der war schon ein paar Schritte entfernt, ja, sie kamen vorw\u00e4rts, besser als er selbst die Lage eingesch\u00e4tzt hatte. Der ganze Trupp war um einige Schritte nach vorne ger\u00fcckt, man hatte ihn \u00fcberholt, so dass er sich eine Kleine Pause g\u00f6nnen k\u00f6nnte. Er nahm seinen Schild wieder.<br \/>\nEr schaute auf die beiden Gestalten, nun deutlicher zu erkennen. Der eine verschwand gerade in der T\u00fcr nach innen in die Burg, ein elender Feigling, dachte sich Ikura. Der andere blieb stehen. Ikura kniff die Augen zusammen. Tats\u00e4chlich&#8230;.Er lachte! Das machte Ikura w\u00fctend. Er umklammerte sein Schwert wieder mit beiden H\u00e4nden und rannte unter einem Kampfschrei durch die eigenen Reihen um sich auf einen Zombie zu st\u00fcrzten. Dann stoppte er pl\u00f6tzlich. Die T\u00fcr, die ins Innere der Burg f\u00fchrte war aufgegangen. Am Ende eines weiten Gangen konnte man einen Mann n\u00e4herkommen sehen. Er schien fast zu rennen. Man sah durch das sp\u00e4rliche Licht der wenigen Fackeln, dass er eine Plattenr\u00fcstung trug. Sehr leicht schien sie zu sein, oder er sehr stark. In beiden H\u00e4nden f\u00fchrte er eine m\u00e4chtige Hellebarde, deren Gewicht ihm scheinbar auch keine Probleme zu bereitete.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/zombie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/zombie.jpg\" alt=\"Zombie schreit\" title=\"Zombie schreit\" width=\"230\" height=\"349\" class=\"alignleft size-full wp-image-337\" srcset=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/zombie.jpg 230w, https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/zombie-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/><\/a>Er holte sich unter Angst wieder in die Wirklichkeit zur\u00fcck, die der Kampf war, nicht das Beschauen solcher Leute. Er hatte gar nicht gemerkt, dass sich der Himmel verdunkelt hatte. Doch der war nun wieder hell. Leuchtend hell, f\u00fcr einige Sekunden. Dann ein gar ohrenbet\u00e4ubender Donner, der auf alle herniederging. Der drehte sich um. Eins der beiden Katapulte stand, vom Blitz getroffen, in Flammen. Ein zweites Mal wiederholte sich dieses und das andere Katapult loderte ebenfalls lichterloh. Ein Ritter versuchte seine R\u00fcstung auszuziehen, die an der Schulter gl\u00fchte. Das Chaos brach los. Alle schienen wild durcheinander zu laufen und selbst Ikura wusste nicht, was er machen sollte.<br \/>\nEr sah wieder nach vorne. Dort sah er Leute das machen, was er nicht wollte und inzwischen scheinbar ganz vergessen hatte: K\u00e4mpfen. Es standen immer mehr Krieger im Eingang der Burg, fast alle waren herbeigeeilt. Er dr\u00e4ngelte sich nach vorne, um einem Untoten den Garaus zu machen. Mit einem hatte er nicht gerechnet: Mit dem Mann in Schwarzer R\u00fcstung und Hellebarde. Der stand n\u00e4mlich nun genau vor ihm, die Waffe schon hoch erhoben. Ikura sprang zur Seite und die Hellebarde ging auf einen anderen Soldaten nieder, der eben von einem Zombie dorthin gedr\u00e4ngt worden war, wo Ikura eben noch gestanden hatte. Der Helm spaltete sich und der Soldat ging zu Boden. Ikura nahm sein Schwert und hieb in Richtung des schwarzen Ritters, doch der parierte mit seiner Hellebarde den Angriff sehr geschickt. Ikura liess nicht ab. Weiter und immer weiter schlug er zu, stach er zu. Doch entweder parierte der in der schwarzen R\u00fcstung oder er wich Ikura aus. Er war einfach nicht zu treffen. Dann in einem Moment der Ersch\u00f6pfung f\u00fchrte Ikura einen Angriff viel zu matt aus. Der Schwarze parierte problemlos und setzt ihm jetzt zu. Ikura fiel es schwer, mit dem Schild den schweren Schl\u00e4gen Stand zu halten, er kam unter ihrer Wucht immer wieder ins Straucheln.<br \/>\nDer General betrachtete in aller Ruhe wie seine Krieger in die Burg gest\u00fcrmt waren. Doch kaum war der letzte an der Festungmauer vorbei, begann eine riesige Feuerwand dort aufzulodern, wo vorher das Tor gestanden hatte. Dann gingen direkt hintereinander 2 Blitze mitten in den Hof der Burg, wo die Schlacht w\u00fctete. Schmerzensschreie erklangen und drangen durch den Hall der Burg bis weit in die W\u00e4lder.<br \/>\nIkura konnte dem Schwarzen Ritter mit viel M\u00fche und Angst um sein Leben immer noch standhalten. Links und Rechts um ihn war es hell geworden, dort loderten Feuerw\u00e4nde, und hinter ihm auch, er sah das Feuer in der R\u00fcstung seines Feindes lodern, was ihn noch viel bedrohlicher machte. Er war ersch\u00f6pft, doch er musste auf Hilfe hoffen, musste duchhalten. Er ging durch einen schweren Schlag des schwarzen Ritters zu Boden&#8230;.Dann sah er noch einmal die Hellebarde auf sich zurasen&#8230;&#8230;..<br \/>\nDie Feuerw\u00e4nde schienen die Krieger f\u00f6rmlich auffressen zu wollen, sie kamen immer n\u00e4her auf sie zu, schlossen sich um sie. Der Schwarze Ritter konnte noch zwei weitere Krieger ermorden, dann zog er sich in das Tor zur\u00fcck, aus dem er gekommen war. Das Ende schien gekommen. Vor ihnen lag das geschlossene Tor, neben ihnen loderten die Flammen und hinter ihnen gab es auch kein Entrinnen. Einige versuchten, durch das Feuer am Tor zu fliehen doch fielen sie den Flammen zum Opfer, die keinen Entkommen lassen wollte, allem Anschein nach nicht einmal mehr die zwei Dutzend Zombies die noch \u00fcbrig war. Ein Krieger ging etwas an die Seite, nah an das Feuer, wo er aber zwei Schritte entfernt von den anderen stand. Dort \u00f6ffnete er eilig seine Brustplatte, warf sie zu Boden, und stach sich das Schwert voller Verzweiflung selbst ins Herz mit den Worten:&#8221;Mich soll kein Zombie bekommen&#8230;&#8221;<br \/>\nDie Flammen liessen nach und der General ritt langsam etwas n\u00e4her. Dort t\u00fcrmte sich ein Haufen toter K\u00f6rper, die versucht hatten, den Flammen auszuweichen, waren doch in ihrer Mitte verendet. Aber nicht alle blieben liegen. Eine Handvoll Zombies stand wieder auf und machte sich hungrig \u00fcber die Leichen her. Oben auf dem First h\u00f6rte der General Haidron b\u00f6se lachen. Da wusste er, dass seine Niederlage endg\u00fcltig ist und dass nur er zur\u00fcckkehren w\u00fcrde&#8230;..<\/p>\n<p><em>Wieder in der Gegenwart:<\/em><\/p>\n<h4><strong>die Burg des Baron<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/burg-des-baron.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/burg-des-baron.jpg\" alt=\"Burg des Baron\" title=\"Burg des Baron\" width=\"230\" height=\"167\" class=\"alignleft size-full wp-image-339\" \/><\/a>Valdar schaute den Wanderer verwundert an. &#8220;Ihr sagtet, er w\u00e4re tot! Er lebt doch noch, zumindest eurer Erz\u00e4hlung nach. Valdar sprang schon auf. Scheinbar vergessen, wer oder was Haidron eigentlich war, wollte er ihn finden. Der Wanderer hielt ihn ab:&#8221;Wartet ab, junger Freund, nich zu enthusiastisch. Das war nur der erste Teil der Geschichte. Wenn ihr noch bleibt, erz\u00e4hle ich gerne weiter. Valdar liess ein kurzes &#8220;oh&#8230;&#8221; verlauten und setzte sich nickend wieder zu dem Wanderer.<br \/>\nEr lag im hohen Grase am Waldesrand in der D\u00e4mmerung vor der Burg. Das Tor war behelfsm\u00e4ssig repariert, oder einfach nur wieder zugeschoben, wer weiss. Es war ihm auch egal, er musste ja nicht dort rein, wie die tausend Soldaten. Er grinste b\u00f6se in sich hinein und h\u00e4tte den Baron fast ausgelacht, als der ihm erz\u00e4hlte, dass alle Soldaten tot sind. Warum war dem Baron der Tod dieses Mannes \u00fcberhaupt so wichtig, dass er gerade IHN, den dem Baron eigentlich verhassten Tom Solen anheuerte, um Haidron zu t\u00f6ten?<br \/>\nTom Solen war ein ber\u00fcchtigter R\u00e4uber und Bandit, wie er im Buche steht. Durch seine Kunstfertigkeit im Umgang mit allerhand Waffen verdiente er auch Geld als S\u00f6ldner und \u00fcbernahm hier und da mal den Auftrag, jemanden aus dem Weg zu schaffen. Doch ganze 50.000 Goldst\u00fccke f\u00fcr einen Mord UND Vergebung aller Verbrechen vom Baron pers\u00f6nlich. Das war viel. Eigentlich sogar zuviel, soviel wollte er gar nicht. Naja, nichtsdestotrotz hatte er den Auftrag angenommen und hockte nun schon seit etwa 2 Stunden in diesem kalten, nassen Geb\u00fcsch in der N\u00e4he der Festung ohne dass sich auch nur irgendetwas da drin r\u00fchrte.<br \/>\nEr war dabei zweimal schon fast eingeschlafen, musste sich aber wach halten, mit jedem Tag der verging, zahlte ihm der Baron 5000 Goldst\u00fccke weniger. Also besser heute also morgen und besser jetzt als gleich. Gedacht &#8211; getan. Aber wer ahnte denn, dass sich dieser komische Haidron nur dort drinnen in seiner Burg verstecken w\u00fcrde wie ein Wurm in seinem Loch.<br \/>\nEr liess gerade noch einmal alles bildlich an sich vorbeiziehen. Die Schreckenstaten, die f\u00fcr ihn eigentlich nicht weiter schlimm klangen, aber er hatte ja auch ein anderes Moralverst\u00e4ndnis als der Baron. Dass der \u00e4usserst rechtschaffene Baron nun gerade auf ihn kam&#8230;er musste wohl sehr verzweifelt sein. Ja, das Angebot war eindeutig. Wenn Tom es nicht schaffte, konnte es wohl keiner schaffen. So in etwa wird sich das der Baron gedacht haben. Dass er Freunde hatte, die weitaus besser f\u00fcr diesen Auftrag geeignet waren als er, dass musste er dem Baron ja nicht erz\u00e4hlen&#8230;vielleicht nachher, es war ihm ohne hin egal.<br \/>\nEr konzentrierte sich wieder auf das Gem\u00e4uer, nicht allzu weit entfernt von ihm. Er sah auf dem First einen Schatten in Bewegung und er sp\u00fcrte, trotz der Entfernung, f\u00f6rmlich die kalte Aura, die von ihm ausging. Ein eisiger Schauer fuhr ihm den R\u00fccken hinauf. Langsam legte er den Kopf tiefer und lugte \u00fcber Kimme und Korn. Mit seinen kalten H\u00e4nden umklammerte er die Armbrust fester.<br \/>\nSie war aus guten, teurem Holz, geschlagen in den uralten W\u00e4ldern der Elfen, was durchaus nicht ungef\u00e4hrlich war. Ein Freund, wenn er \u00fcberhaupt Freunde und nicht nut Bekannte hatte, hatte sie ihm geschnitzt, da er ihm noch einen Gefallen schuldig war. Er hatte sie ebenso sch\u00f6n verziert. Stolz war Tom auf sie, oft genug hatte er schon grossen Nutzen aus der Pr\u00e4zision und Kraft der Waffe gesch\u00f6pft. Nun sollte es wieder einmal so weit sein.<br \/>\nLangsam strich er sich noch einmal die feuchten Haare auf dem Gesicht, legte dann die Hand erneut an die Armbrust. Vorsichtig bewegte er die Armbrust, bis der Kopf der Gestalt genau \u00fcber Kimme und Korn zu sehen war. Vorsichtig, ja, fast z\u00e4rtlich bewegte sich der Zeigefinger am Abzug.<br \/>\nEin leises klacken auf den B\u00fcschen &#8211; ein Surren in der Luft &#8211; ein kurzer erstickender Schrei &#8211; ein leises Schmatzen von der Burg &#8211; dann war wieder alles still.<br \/>\nLeise stand Tom auf und ging.<\/p>\n<p>Valdar liess den Kopf sinken. Er wusste selbst nicht, ob es Erleichterung oder Trauer war, die er versp\u00fcrte. Zum einen war Haidron ein grausamer M\u00f6rder und Totenbeschw\u00f6rer. Zum anderen war er sein Bruder&#8230;<br \/>\nValdar erhob sich, unschl\u00fcssig, was zu tun sei. Er schwang sich auf sein Pferd. Er dankte dem Wanderer noch einmal freundlich und wollte sich auf den Weg nach Agora machen.<br \/>\nDer Wanderer fragte noch einmal mit freundlichster Stimme, ob er nicht eine kleine Gegenleistung f\u00fcr die Geschichte bek\u00e4me. Valdar zuckte leicht zusammen, ihn umfingen wieder die Gedanken, die er hegte, als er ihm begegnet war. Er schaute ihm tief in die Augen.<br \/>\nEr kramte in seinem Rucksack und warf dem Wanderer einen Sack voller Gold hin, der ihn v\u00f6llig \u00fcberrascht und mit einem hochfreudigen Gesicht auffing. &#8220;Das ist mir eine Geschichte wert, habt dank, dass ihr mich daran erinnertet&#8221; sagte ihm Valdar. Noch viele Schritte weiter h\u00f6rte Valdar die \u00fcberaus freudigen Dankesrufe des armen Mannes.<\/p>\n<h4><strong>gefesselt<\/strong><\/h4>\n<p>Valdar&#8217;s Personeneinsch\u00e4tzung war scheinbar v\u00f6llig verkehrt. Er nahm sich vor, nicht mehr so sehr auf das \u00c4ussere von Leuten zu achten, auch wenn man sehr oft daran ihren Charakter erkennt.<br \/>\nEr ritt noch keine 10 Minuten, da sah er von weitem schon die Mauern der Stadt mit einem grossen Tor, unter dem der Pfad sich fortsetzte. Er hielt davor an. Die beiden Wachen, die bis eben an den Seiten des Tores gestanden hatten, kamen mit auf Valdar gerichteten Hellebarden zu. &#8220;Wer seid ihr und was wollt ihr in Agora?&#8221; fragte der W\u00e4chter zu seiner rechten forsch. Valdar antwortete, er suche seinen Bruder hier in den Landen. Die Wachen entspannten sich etwas. Dann nannte Valdar seinen Namen.<br \/>\nDie beiden Torw\u00e4chter rissen die Hellebarden wieder hoch, als erwarteten sie das schlimmste. &#8220;Ihr sucht Haidron?&#8221; fragte der Rechte. Valdar nickte nur.<br \/>\nDer Rechte gab dem anderen mit einer Kopfbewegung irgendetwas zu verstehen. Darauf hin rannte der zur Linken schnell hinter das Tor und ein lauter Gongschlag ert\u00f6nte. Daraufhin kamen sofort mindestens zehn Mannen in voller R\u00fcstung herbeigeeilt. Sie umstellten Valdar, so dass er nicht mehr fl\u00fcchten konnte. Oben auf der Mauer der Stadt sah Valdar einige Bogensch\u00fctzen, die auf ihn zielten.<br \/>\nValdar schaute sich etwas beunruhigt um, sagte jedoch nichts. Der W\u00e4chter, scheinbar der Hauptmann selbst, befahl zweien seiner Mannen, Valdar die Waffen und R\u00fcstung abzunehmen. Valdar gab sie mehr oder weniger bereitwillig her.<br \/>\nDann stieg er langsam vom Pferd und wandte sich an den Hauptmann. &#8220;Was soll das hier? Nur weil ich sein Bruder bin, bin ich noch lange nicht er!&#8221; Der Hauptmann fuhr ihn forsch an:&#8221;Vielleicht seid ihr ja noch schlimmer!&#8221; Dann zu seinen Untergebenen:&#8221;Werft ihn in den Kerker des Barons, er wird mit Sicherheit selber entscheiden wollen, was zu tun ist!&#8221;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/gefesselt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/gefesselt.jpg\" alt=\"mit Seil auf dem R\u00fccken gefesselt\" title=\"mit Seil auf dem R\u00fccken gefesselt\" width=\"230\" height=\"173\" class=\"alignleft size-full wp-image-326\" \/><\/a>Eine der Wachen kam von hinten auf Valdar zu und verpasste ihm mit dem Schwertknauf einen kr\u00e4ftigen Schlag in den R\u00fccken. Er sank zusammen. Dann wurden seine H\u00e4nde auf dem R\u00fccken gefesselt und er wurde, umgeben von den Wachleuten, in Richtung des Gef\u00e4ngnisses gestossen. Er lief schon schnell und trotzdem bekam er immer wieder bekam Schl\u00e4ge in den R\u00fccken, auf die Schultern oder er wurde von hinten angeschubst. Um den Kreis der Soldaten herum w\u00fctete schon ein wilder Mob, seine Ankunft schien sich sehr schnell herumzusprechen.<\/p>\n<h4><strong>W\u00e4chter der Zelle<\/strong><\/h4>\n<p>Valdar wurde von einem der Wachhabenden in eine dunkle Kerkerzelle geworfen. All sein Gep\u00e4ck, seine R\u00fcstung und Waffen, sein Pferd, ja selbst seinen letzten Proviant hatten sie ihm genommen. Er besa\u00df nur noch seine Kleidung, die er am Leibe trug. Er fragte den W\u00e4chter nach etwas zu essen, er habe lange nichts gehabt. Der griff nach etwas, was auf dem Boden lag und warf es Valdar in die Zelle. Valdar hob e s auf und betrachtete es im faden Sonnenlicht. Es war nicht einmal ein Viertel von einem Laib und dazu war es noch \u00fcber und \u00fcber bedeckt mit Schimmel. Valdar warf es \u00e4rgerlich in die Ecke, w\u00e4hrend der W\u00e4chter draussen leise in sich hinein lachte. Valdars Magen knurrte laut, doch auch dies schien den W\u00e4chter nicht zu interessieren&#8230;.<br \/>\nValdar setzte sich in das feuchte Stroh und sah sich in seiner Zelle um. Die Gem\u00e4uer waren alt und ein modriger, fauliger Geruch lag in der stickigen Luft. <strong>Dunkel war es<\/strong>, denn durch das kleine Gitterfenster weit \u00fcber ihm fiel nicht viel Licht, obwohl die Mittagsw\u00e4rme der Sonne in ihren hereinscheinenden Fetzen deutlich zu sp\u00fcren war. Die Zelle war sehr eng. Links von ihm war die schwere, rostige Eisent\u00fcre, durch die man ihn reingeworfen hatte. Bis zur Wand ihr gegen\u00fcber waren es knappe zwei Schritt. zwischen den anderen beiden W\u00e4nden sch\u00e4tzte Valdar drei. Das Stroh war auf die Gesamte Breite des Raumes verteilt, nahm auf die L\u00e4nge hin etwa einen Schritt ein, gerade gross genug f\u00fcr Valdar.<br \/>\nWieder meldete sich sein Magen und wieder entfuhr dem W\u00e4chter ein leises Lachen. &#8220;Ihr Nasads seid ja hier nicht sonderlich beliebt, wie es mir scheint. Aber ihr habt es das ja selbst zuzuschreiben. H\u00e4ttet ihr euch wie friedliche B\u00fcrger verhalten, g\u00e4nge es euch jetzt mit Sicherheit gut. Ihr s\u00e4\u00dfet zu Hause am warmen Kamin, mit einem grossen Laib Brot auf dem Tisch und etwas Butter.&#8221;<br \/>\nValdar wurde rasend vor Wut, doch verlor er seine Konzentration und Aufmerksamkeit nicht. Er sprang auf und griff durch die Gitterst\u00e4be nach dem Hals der Wache. Dann schwang er seinen Arm und den Hals des W\u00e4chters und hielt ihn in einem W\u00fcrgegriff. Valdar zischelte ihm leise ins Ohr:&#8221;Ja, w\u00e4re euer Baron nicht so dumm, und w\u00fcrde rechtschaffene Leute nach ihren Taten beurteilen statt nach ihrem Namen, s\u00e4\u00dfe ich nun in einem Gasthaus hier in Agora!&#8221; Valdar sah an dem W\u00e4chter herunter und sah dessen Schwert. Er zog es ihm aus der Scheide und hielt es ihm an den Hals, \u00fcber seine eigene Hand. &#8220;Pass gut auf!&#8221; fl\u00fcsterte Valdar:&#8221;Du holst mir jetzt sofort etwas zu essen und daf\u00fcr lasse ich dich noch eine Weile am Leben.&#8221;<br \/>\nEin st\u00f6hnendes &#8220;Ja&#8221; kam aus der Kehle der Wache, dann liess Valdar locker und warf das Schwert auf den Boden ausserhalb der Zelle. Immerhin wollte er den Namen Nasad doch reinwaschen, wenn sich diese Unannehmlichkeit erledigt h\u00e4tte und er hatte ja nur Hunger. Der W\u00e4chter, wie Valdar erkannte, erst ein junger Bursche, gerade alt genug, um Gardist zu werden, nahm sich sein Schwert wieder und rief einen zweiten herbei. Nach kurzem Getuschel der beiden entfernte sich der andere wieder eilig. Dann kam jemand leichteren Schrittes den Zellengang herab. Valdar sp\u00e4hte durch die St\u00e4be, konnte jedoch nichts erkennen. Er seufzte und setzte dennoch weiter Hoffung in sein Essen.<br \/>\nEin H\u00fcne trat vor die T\u00fcr, gross, breitschultrig, muskul\u00f6s, grimmig, aber kein Essen, sondern eine Peitsche in der Hand:&#8221;Wenn du es auf diese Art willst, kannst du es haben&#8221; Ein W\u00e4chter machte dem Grossen Valdars Zelle auf und schloss hinter ihm wieder zu. Der Grosse blickte Valdar scharf an. &#8220;Fall auf die Knie und zeige Reue, dann kommst du mit einer milden Strafe davon&#8221;.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krieger-augen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krieger-augen.jpg\" alt=\"Krieger Augen\" title=\"Krieger Augen\" width=\"230\" height=\"122\" class=\"alignleft size-full wp-image-342\" \/><\/a>Draussen lachten mehrere W\u00e4chter. Sie waren wohl gekommen, um sich Valdar und den anderen anzusehen. Valdar blickte wieder auf sein Gegen\u00fcber:&#8221;Was ist die milde und was die harte &#8220;Strafe&#8221;?&#8221; Strafe&#8230;.wof\u00fcr eigentlich? Er hatte doch niemandem etwas getan&#8230;Es war eine Drohung, aber er hatte selbst nie dran geglaubt, dass die Wache \u00fcberhaupt darauf eingehen w\u00fcrde, wenn er erst einmal sein Schwert wieder in der Hand hatte.<br \/>\n&#8220;Zehn Hiebe, wenn du dich reum\u00fctig zeigst. Ansonsten F\u00fcnfzig und die Zahl derer, die ich brauche, bis du vor mir kniest oder liegst.&#8221; &#8220;Ich will doch nur etwas zu Essen!&#8221; beteuerte Valdar abermals. Die Antwort war monoton:&#8221;Auf die Knie, sagte ich! Du machst es dir nur unn\u00f6tig schwer, du armseliger Wurm von einem Nasad!&#8221; Valdar ballte die Faust&#8230;liess sie aber sinken und ging auf die Knie. Die W\u00e4chter draussen und der mit der Peitsche lachten h\u00e4misch. &#8220;So ist es gut, Nasad! Nun leg dich hin! Hier hin!&#8221; Der W\u00e4chter zeigte mitten auf den Zellenboden, dreckig, faulig, wie er war. Valdar gab nach. Das Gel\u00e4chter um ihn wurde immer lauter. Zehn scheinbar endlose Hiebe liess Valdar \u00fcber sich ergehen. Die Peitsche schnitt gleich beim dritten Schlag leicht in das Fleisch ein und etwas Blut trat aus der kleinen Wunde. Doch so klein wie sie war, so sehr schmerzte sie auch. Mit jedem weiteren Schlag wurde sie ein kleines St\u00fcckchen gr\u00f6sser und der Schmerz st\u00e4rker. Valdar hatte die Schl\u00e4ge schon gar nicht mehr gez\u00e4hlt, als sein Peiniger aufh\u00f6rte. Er hiess ihn, liegenzubleiben, bis er die Zelle verlassen hatte.<br \/>\nValdar stand auf, als die T\u00fcr ins Schloss fiel. &#8220;Du hast noch einmal Gl\u00fcck gehabt, Nasad! Aber aufgrund deines Verhaltens k\u00f6nnen wir dich nicht wie geplant morgen dem Baron vorstellen. Wir werden warten bis sich das bessert.&#8221; Dann wandte er sich ab. Laut liess er noch zu Valdars Wache verlauten, dass er n\u00e4chstes Mal besser aufpassen solle und dass Valdar die n\u00e4chsten beiden Tage erst einmal nichts zu essen bek\u00e4me. Die W\u00e4chter lachten, einige klatschten sogar Beifall. Valdar war am Boden zerst\u00f6rt, er liess sich auf sein Strohbett fallen und eine Tr\u00e4ne kullerte ihm \u00fcber die Wange. Er hatte wieder einmal versagt&#8230;<\/p>\n<h4><strong>ein Lichtblick hinter Gittern<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/kerker.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/kerker.jpg\" alt=\"Lichtschein durch Gitter des Kerkers\" title=\"kerker\" width=\"202\" height=\"263\" class=\"alignleft size-full wp-image-325\" \/><\/a>Am n\u00e4chsten Morgen wurde Valdar durch laute Schreie der W\u00e4chter, die den Gang hinunterkamen, geweckt. Er schaute sich um. Es war noch dunkler als gestern, als er sich wegen der schweren Peitschenhiebe und des Hungers hingelegt hatte. Es fiel noch nicht einmal ein Sonnstrahl durch sein Gitterfenster. Er stand langsam auf, der Schmerz fuhr ihm durch alle Glieder, ohne auch nur ein einziges auszulassen.<br \/>\nEr h\u00f6rte Zellent\u00fcren quietschen, Gefangene, die unter Androhungen von Peitschehieben aus ihren Zellen getrieben wurden, und laut gegen die Zellent\u00fcren schlagende Schwerter, um sie wachzur\u00fctteln. Die Stimmen kamen n\u00e4her, eine Zelle nach der anderen ging auf. Schon ganz nah waren sie, klapperte der Schl\u00fcssel auch schon in der T\u00fcr von Valdar:&#8221;Aufstehen, Faulpelz, auf zur Arbeit. Danach machst du keine Probleme mehr wie gestern, Nasad!&#8221;<br \/>\nDer Knauf des Schwertes traf Valdar hart am Kopf. F\u00fcr seinen Hunger musste er nun wohl noch mehr leiden. Dieses ganze Gef\u00e4ngnis war darauf ausgelegt, die Gefangen zu dem\u00fctigen, ja, sie bis zum Tode zu qu\u00e4len. Er musste hier irgendwie raus. Er musste mit dem Baron reden. Ja, das war seine einzige Chance, anders w\u00fcrde er wohl nicht gehen. Noch einmal traf ihn der Knauf, diesmal um so h\u00e4rter, aber &#8220;nur&#8221; auf die Schulter:&#8221;Geh schneller, du Wurm!&#8221; Valdar tat, wie ihm geheissen.<br \/>\nEr trat auf einen riesigen Hof. Der W\u00e4chter gab Valdar scheinbar eine kurze Pause, damit sich dieser einen Eindruck des Grauens machen konnte. Eine hohe Mauer mit vier T\u00fcrmen umspannte den Hof, an eine Flucht dar\u00fcber war nicht zu denken. Auf den T\u00fcrmen standen Wachen mit B\u00f6gen, die das Geschehen aufmerksam beobachteten. Zwischen den zwei \u00e4usseren T\u00fcrmen ging die Sonne in einem leuchtenden Rot auf. Die inneren T\u00fcrme sah man kam, das Rot der Sonne hatte sie verschlungen, nur ihre Umrisse sah man. Valdars Blick schwenkte nun von oben, von der Sonne, herab \u00fcber den Hof. ein grausamer Anblick bot sich ihm. Dort bearbeiteten etwa 5 Dutzend Gefangene grosse Felsbrocken mit Spitzhacken. Sie suchten die letzten Reste an brauchbarem Metall heraus. Viele zerhackten die Steine, manche waren aber auch f\u00fcr ihren Transport zust\u00e4ndig. Sie hatten grosse Karren, an denen jeweils vier M\u00e4nner zogen. Es \u00e4hnelte sehr einem Pferdegespann. Sie kamen und gingen immer durch ein grosses Tor nach draussen, draussen wurde jeder Karren von je 3 W\u00e4chtern begleitet.<br \/>\nDie Anzahl der W\u00e4chter war kaum niedriger als die der H\u00e4ftlinge, Valdar sch\u00e4tzte sie auf etwa 3 Dutzend. Mit Schwertern und Peitschen bewaffnet trieben sie die hart arbeitenden Gefangenen weiter an. Von allen Seiten kamen die harten, dumpfen Kl\u00e4nge, der auf den Stein schlagenden Spitzhacken untermischt von Schreien.<br \/>\n&#8220;Bitte, bitte, ich arbeite doch schon so schnell ich kann&#8221; t\u00f6nte es gleich rechts neben ihm. Ein alter Mann in Lumpen lag auf dem Boden. Immer wieder ging die Peitsche eines W\u00e4chters unerm\u00fcdlich auf ihn nieder. Noch etwas weiter rechts kniete ein Gefangener auf allen Vieren vor einem W\u00e4chter und bettelte um etwas zu essen und zu trinken. Er bekam nur einen harten Fusstritt in den Bauch, und fiel dann ganz um. Der W\u00e4chter trat ihn noch zweimal in die Rippen. Ein leises knacken und ein um so lauterer Schrei war beim zweiten Tritt zu vernehmen. &#8220;Geh an deine Arbeit, bevor ich richtig b\u00f6se werde!&#8221; schrie der W\u00e4chter den sich am Boden w\u00e4lzenden an. Ein weiterer Tritt gegen sein Knie, noch ein Schrei und der Mann versuchte aufzustehen. Die Peitsche sass ihm im R\u00fccken.<br \/>\nMit Schmerzverzerrtem Gesicht ging er sofort wieder zu Boden. &#8220;Steh auf, Sohn einer Hure!&#8221; Die Peitsche knallte auf seinen R\u00fccken, noch mehrere Tritte gingen gegen seine Rippen, Beine und Arme. &#8220;Hoch mit dir, elendes Scheusal!&#8221; Der Mann blieb liegen. Der W\u00e4chter trat, schrei und peitschte weiter wie im Rausch auf ihn ein. Ein zweiter erschien neben ihm, zog sein Schwert und rammte es dem am Boden liegenden in den Kopf. Ein letztes Zucken, dann war alles f\u00fcr ihn vorbei. Blut quoll aus der Wunde hervor und besudelte das Haupt des Toten und den Boden um ihn. Der erste schaute den mit dem Schwert verwundert an. &#8220;Der sollte doch nur wieder arbeiten, warum t\u00f6test du ihn?&#8221; Schrie er seinem Kollegen entgegen. &#8220;Lass mir doch auch mal meinen Spass.&#8221; antwortete der andere gleichg\u00fcltig:&#8221;Der war doch eh so gut wie tot, bring ihn weg.&#8221; Valdar schaute dem Toten noch einmal in die Augen. Er hatte einen gl\u00fccklichen, zufriedenen Gesichtsausdruck.<br \/>\nEin etwa besser gekleideter Mann, scheinbar ein Oberaufseher, kam auf Valdar und seinen W\u00e4chter zu:&#8221;Soso, ein Nasad. Dein Bruder, dieser Bastard, hat es mit Sicherheit viel besser als du, jetzt wo er tot ist.&#8221; Valdar ballte die Faust und holte zum Schlag aus, liess sie aber wieder sinken, in der Gewissheit, dass es doch nichts bringen w\u00fcrde. Der Oberaufseher lachte b\u00f6se. &#8220;Na, haben wir Angst? Gestern schon etwas gelernt, was?&#8221; In Valdar kochte die Wut, doch er wusste, nur wenn er sich jetzt absolut unter Kontrolle hielt, hatte er die M\u00f6glichkeit, morgen oder vielleicht \u00fcbermorgen den Baron zu sprechen und alles zu kl\u00e4ren. Seine Chance. Seine einzige. Der W\u00e4chter stiess ihm den Ellebogen kr\u00e4ftig auf die Nase. Es tat weh und begann zu bluten, aber darum machte sich hier keiner Sorgen. &#8220;He, aufwachen! Kannst du B\u00e4ume f\u00e4llen und klein schlagen?&#8221; Eigentlich hatte Valdar mit dieser Arbeit nie ein Problem gehabt, hier aber schon. Dennoch nickte er. &#8220;Ja, das kann ich, Sir.&#8221; &#8220;Gut, bring ihn hin!&#8221; befahl er Valdars W\u00e4chter.<\/p>\n<h4><strong>es doch mehr Ratten als Menschen gab<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/ratte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/ratte.jpg\" alt=\"Ratte\" title=\"Ratte\" width=\"230\" height=\"250\" class=\"alignleft size-full wp-image-334\" \/><\/a>V\u00f6llig ersch\u00f6pft kam Valdar wieder in seine Zelle. Er hatte zwei Tage lang, von Sonnenaufgang bis nach Sonnenuntergang im Laternenschein bis zur Ersch\u00f6pfung B\u00e4ume gef\u00e4llt und ihre \u00c4ste abgehackt. Es m\u00fcssen jeden Tag etwa 14 bis 16 Stunden gewesen sein. Er lies sich nur noch auf sein Stroh sinken. Er konnte bald nicht mehr, der Hunger und vor allem der Durst liessen ihn wahnsinnig und rasend werden, sobald einer der W\u00e4chter ihn auch nur ansah, kochte er schon vor Wut. So sehr w\u00fcnschte er sich, auf sie losgehen zu k\u00f6nnen und einem nach dem anderen eine Lektion zu erteilen. Doch dies w\u00fcrde wohl ein Wunschtraum bleiben.<br \/>\nEr legte sich hin, um etwas zu schlafen, schliesslich musste er morgen wieder ran, oder es setzte Peitschenhiebe. Ausserdem musste er ja hier raus, also machen, was die W\u00e4chter sagen. Morgen fr\u00fch m\u00fcsste er eigentlich auch wieder Essen bekommen. Valdar grinste. er hatte heute im Wald neben einem Baum einen Strauch mit Heidelbeeren gesehen. Und da die Aufseher im Wald nicht so aktiv waren, sondern manchmal auch an den B\u00e4umen lagen und schliefen, hatte er es geschafft, den Strauch zu leeren, ohne dass es jemand mitbekam. Auch einige wilde Erdbeeren hatte er gefunden und, nat\u00fcrlich, sofort verspeist. Es war nicht viel, aber es war immerhin etwas. Auch wenn es lange nicht ausreichte, um den Hunger zu stillen, gegen den Durst waren die saftigen Fr\u00fcchte allemal gut und schmecken taten sie auch. Wer weiss, was er morgen fr\u00fch vorgesetzt bekommt in diesem Kerker hier. Von vielen wirren Gedanken umgeben lag er noch lange wach. Dann fiel er in einen tiefen, traumlosen Schlaf.<br \/>\nIn den n\u00e4chsten Tage und Wochen passierte nicht viel. Er sah mehr von dem Grauen, und dem, was die W\u00e4rter den Gefangenen antaten. Er sah, wie fast jeden Tag Gefangene durch die Pein der W\u00e4chter schwer verletzt worden. Sie wurden getreten, geschlagen, man verbot ihnen manchmal sogar das ohnehin schon karge Essen. Viele \u00fcberlebten es nicht&#8230;<br \/>\nEr arbeitete so schwer, wie es seine Kr\u00e4fte zuliessen. Er bildete sich ein, dadurch seine Qualen lindern zu k\u00f6nnen, doch den W\u00e4chtern war dies scheinbar egal. Er wurde trotzdem geschlagen, ob mit der blanken Faust, mit der flachen Seite der Schwertklinge, dem Knauf, der Peitsche, was die W\u00e4chter sich eben gerade einfallen liessen. Es war allem Anschein nach nicht das Ziel der W\u00e4chter, die Gefangenen zur Arbeit anzutreiben, dies schien f\u00fcr sie eher ein angenehmer Nebeneffekt zu sein. F\u00fcr die Wachhabenden war es eher ein Zeitvertreib, die H\u00e4ftlinge zu pr\u00fcgeln. Und das mit der Arbeit war doch ein Vorwand, der sich immer gut machte.<br \/>\nValdar z\u00e4hlte immer noch die Tage. Es waren nun schon F\u00fcnfzig. Er konnte bald nicht mehr. Schon oft hatte er die W\u00e4chter gefragt, wann es denn so weit sei, ihn zum Baron zu bringen, doch diese hatten immer nur mit den Schultern gezuckt. Manchmal hiess es auch &#8220;morgen ist es soweit&#8221;, und Valdar&#8217;s Augen funkelten gross vor Freunde. Doch das geh\u00e4ssige Lachen der Wachhabenden direkt nach dem Satz liess das Funkeln in seinen Augen umschlagen. Hasserf\u00fcllt starrte er sie dann an. Sie, die sie ihm alles genommen hatten, was er hatte und was er war. Selbst seine Ehre hatte er nicht behalten k\u00f6nnen. Hier, in diesem Dreckloch, wo es mehr Ratten als Menschen gab&#8230;<\/p>\n<h4><strong>in Wunden gezeichnet<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/valdar-mit-wunden-gezeichnet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/valdar-mit-wunden-gezeichnet.jpg\" alt=\"Valdar gezeichnet mit Wunden\" title=\"Valdar gezeichnet mit Wunden\" width=\"230\" height=\"182\" class=\"alignleft size-full wp-image-344\" \/><\/a>Wieder wurde er durch die durch den Gang hallenden Schreie der W\u00e4chter und die an den Eisent\u00fcren klirrenden Schwerter geweckt. Ein unsanftes Aufwachen, Valdar f\u00fchlte sich, als w\u00e4re er eben eingeschlafen. Valdar&#8217;s W\u00e4chter warf ihm einen halben, und dazu noch kleinen Laib Brot, der schon nicht mehr der frischeste war, in die Arme. Dazu gab es noch ein kaltes und noch halbrohes H\u00e4hnchenbein. Nicht viel, aber besser als nichts. Zu trinken gab es nur eine Flasche Wasser. &#8220;Das ist deine Tagesration, mehr gibt es nicht, Nasad!&#8221; Valdar seufzte. Er hatte gehofft, es g\u00e4be wenigstens abends nach getaner Arbeit noch etwas.<br \/>\nNach dem Essen ging es wieder an die Arbeit. Aber nicht die gewohnte, Valdar hatte heute nicht mehr die Aufgabe, das Holz zu hacken, sondern es zu transportieren. Mit drei anderen Gefangenen zusammen, auf einem grossen Karren, wie er es schon bei den Steineklopfern gesehen hatte. Schwerer war es als die gewohnte Arbeit mit der Axt, um vieles schwerer. Die wachen passten auf, dass man w\u00e4hrend der Arbeit nicht redete und liessen recht oft, nach Valdars Meinung eindeutig zu oft, die Peitschen knallen.<br \/>\nErsch\u00f6pfter als sonst kam Valdar an diesem Abend in seine Zelle. Er wollte sich nur noch schlafen legen, ausruhen, er hatte zu schwer geschuftet, das hielt doch kein Mensch aus. Aber diese Freude wurde ihm verg\u00f6nnt. Eine andere durfte er stattdessen erfahren. Nach der Arbeit brachte ihn sein W\u00e4chter zu einem grossen See im Wald, wo er zu baden hatte. Das Wasser war eisig, aber Valdar war dennoch froh, sie reinigen zu k\u00f6nnen. Zu sehr hatte er es hier vermisst. Das Wasser liess seine Sinne wieder aufleben und linderte die Schmerzen der Qualen, die er hier zu erleiden hatte. Seine M\u00fcdigkeit und Ersch\u00f6pfung schwanden im eisig k\u00fchlen Nass, als w\u00e4ren sie nie da gewesen. Er f\u00fchlte sich seit Tagen wieder einmal gut, richtig gut, gesund.<br \/>\nEr sah an sich herab. Viele halb verheilte Wunden zierten seinen K\u00f6rper. Eine der neueren, von gestern, wie er glaubte, eiterte sogar. Er sp\u00fcrte es, als er drauf fasste und wusch sie erschrocken aus. Ihn nahm sein Abenteuer hier ziemlich mit. Knochiger war er geworden, schw\u00e4cher, kraftloser. Seine Arme und Beine d\u00fcnner, als er sie kannte, ja, er konnte sogar sehr gut, zu gut erkennen, wo seine Rippen waren. Er seufzte laut auf.<br \/>\nDie Sonne hing schon tief in den B\u00e4umen, blutrot war sie, wie jenen ersten Morgen, als sie aufging. Der W\u00e4chter trieb Valdar zur Eile an, man m\u00fcsse im Gef\u00e4ngnis sein, <strong>bevor es dunkel w\u00e4re<\/strong>. Valdar liess sich nicht irritieren, erst das energische Knallen der Peitsche am Rand des Teiches liess ihn wach werden.<br \/>\nAuf dem Weg zur\u00fcck erfuhr er, dass er heute endlich dem Baron vorgef\u00fchrt werden solle. Wieder so ein \u00fcbler Scherz, dachte Valdar, doch der W\u00e4rter lachte diesmal nicht. &#8220;Ihr,&#8230;ihr meint das ernst?&#8221; fragte Valdar. Er bekam keine Antwort.<\/p>\n<h4><strong>im gro\u00dfen Thron Saal<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/trohn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/trohn.jpg\" alt=\"trohn\" title=\"trohn\" width=\"500\" height=\"260\" class=\"aligncenter size-full wp-image-346\" srcset=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/trohn.jpg 500w, https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/trohn-300x156.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>Sie gingen durch das grosse Haupttor zwischen den beiden inneren T\u00fcrmen, durch das ganze, grosse Gef\u00e4ngnis hindurch und zum Eingang. Von allen Seiten h\u00f6rte man Rufe der Gefangenen, die Valdar nicht verstand oder nicht verstehen wollte. B\u00f6ses Gel\u00e4chter erklang hinter ihm, als er an das Tor zur Stadt kam.<br \/>\nDort warteten schon f\u00fcnf weitere Wachen auf ihn. Sie legten ihm Hand- und Fussfesseln an, und brachten ihn dann nach draussen. Langsam schloss sich das Tor hinter ihm und den Wachen. Die Wachen waren n\u00f6tig, wie Valdar feststellte, denn schon nach wenigen Schritten waren die sieben von einer Menschenmenge umringt, die ihresgleichen suchte. Scheinbar die ganze Stadt war auf den Beinen. Die Wachen hatten mehr Schwierigkeiten, sich einen Pfad durch die w\u00fctenden Massen zu bahnen, als Valdar im Auge zu behalten. Aber ein Fluchversuch war trotzdem sinnlos, die Bev\u00f6lkerung Agoras wollte ihn lynchen, und jetzt brauchte er die Wachen zu seinem Schutz.<br \/>\n&#8220;H\u00e4ngt den M\u00f6rder!&#8221; &#8220;Werft ihn in einem Fass in den Fluss!&#8221; &#8220;K\u00f6pft den Nasad!&#8221; Valdar h\u00f6rte \u00fcberall um sich herum diese Hasstriaden. Alle, ausnahmslos, in der Stadt wollten seinen Tod. Langsam schlugen die vielen Einzelrufe in Sprechch\u00f6re um:&#8221;Kn\u00fcpft ihn auf! H\u00e4ngt den M\u00f6rder!&#8221; Valdar ging, den Kopf leicht eingezogen einfach immer der vorderen Wache hinterher. Er hatte das grosse Schloss gar nicht vor sich erscheinen sehen, vor dem sie pl\u00f6tzlich standen. Der Mob machte widerwillig unter Gewaltandrohung der Wachen den Weg zum Tor frei. Sie traten ein.<br \/>\nDrinnen konzentrierten sich die Wachen wieder auf Valdar, damit er nichts &#8220;falsches&#8221; tat. Es hingen ja gen\u00fcgend Schwerter zur Dekoration an der Wand, und unter schlechterer Bewachung w\u00e4re es Valdar mit Sicherheit gelungen, an eins zu kommen, auch wenn seine Fesseln die Sache schwierig machen w\u00fcrden. Aber er schwelgte schon wieder in &#8220;Was w\u00e4re, wenn&#8221;-Geschichten, die er schnell auf seinem Kopf verbannte. Die waren jetzt nicht wichtig. Der Baron, vor den Valdar gleich treten w\u00fcrde, der war wichtig.<br \/>\nSie durchschritten einen langen Gang, der durch eine grosse T\u00fcr in einen riesigen Saal f\u00fchrte. Der Saal hatte grosse, mehr als mannshohe Fenster und sch\u00f6n anzusehende Malereien waren darauf zu erkennen. Farbiges, buntes, sanftes Licht schien durch sie in Saal und erhellte ihn in den verschiedensten Farbt\u00f6nen. Zwischen den Fenstern hingen Gem\u00e4lde, wahrscheinlich Ahnen des Barons, die grosses vollbracht hatten. Auf dem Boden lagen grosse, in liebevoller Handarbeit gekn\u00fcpfte Teppiche. Am Ende dieses Saales stand ein Thron, und darauf sass er: der Baron.<\/p>\n<h4><strong>erz\u00e4hle Deine Geschichte<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/valdars-geschichte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/valdars-geschichte.jpg\" alt=\"Valdar erz\u00e4hlt seine Geschichte\" title=\"Valdar im Kerker mit Fu\u00dffesseln\" width=\"230\" height=\"225\" class=\"alignleft size-full wp-image-348\" \/><\/a>Die Wachen gingen langsam und scheinbar, wie es Valdar auffiel, besonders gleichm\u00e4ssigen Schrittes auf den Thron zu. Etwa 10 Schritte vor ihm machten sie Halt. Valdar hielt diese Entfernung viel zu gross f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch und wollte noch weitergehen, doch das leise Schl\u00fcrfen von Metall auf Metall, wenn man ein Schwert aus der Scheide zieht, hielt ihn davon ab. &#8220;Einen Schritt weiter und dein Kopf liegt vor dir!&#8221; Sagte eine der Wachen eher fl\u00fcsternd, so dass der Baron es scheinbar nicht h\u00f6rte. Valdar gehorchte, was blieb ihm auch anders \u00fcbrig.<br \/>\nEin W\u00e4chter nahm einen Seiner Schl\u00fcssel und hockte sich vor Valdar, langsam schloss er ein Schloss an den Fesseln seiner F\u00fcsse auf. Erst jetzt bemerkte Valdar die seltsame Technik dieser Instrumente. Sie besa\u00dfen nicht nur, wie jede andere Fussfessel, ein Schloss an jedem Fuss, um sie zu \u00f6ffnen, nein, es waren zwei weitere angebracht, sie verbanden jeweils die Fesseln mit der Kette zwischen ihnen, die sonst mit den Fesseln verschmiedet war. Der W\u00e4chter \u00f6ffnete die beiden Schl\u00f6sser und dr\u00fcckte Valdar&#8217;s F\u00fcsse aneinander. Dann nahm er eins der beiden Schl\u00f6sser und verband damit die zwei Ringe der Fesseln. Valdar wurde unruhig. Dasselbe passierte mit den Fesseln an seinen Handgelenken. Valdar konnte nun weder einen Schritt gehen noch die beiden H\u00e4nde auseinanderstrecken.<br \/>\nDer W\u00e4chter, der ihn gefesselt hatte, nickte dem Baron zu:&#8221;Er ist nun so weit, eure Magnifizenz&#8221; Dabei verbeugte er sich tief vor ihm. Der Baron winkte Valdar heran. Verwirrt schaute er ihn an, war er doch unf\u00e4hig sich zu bewegen. Zwei kr\u00e4ftige H\u00e4nde packten ihn unter den Achseln und schliffen ihn dem Thron entgegen bevor er \u00fcberhaupt wahrnahm, was mit ihm passierte. Zu sehr tr\u00e4umte er schon und sehnte er sich nach der Freiheit. Man stellte ihn unsanft wieder ab und hielt ihn, bis er sein Gleichgewicht gefunden hatte.<br \/>\n&#8220;Erz\u00e4hle Deine Geschichte.&#8221; forderte der Baron Valdar auf. &#8220;Ich wurde grundlos gefangen genommen&#8221; sagte Valdar nur. &#8220;Grundlos?&#8221; erwiderte der Baron und lachte. &#8220;Nein, grundlos war es sicher nicht. Du bist immerhin der Bruder von Haidron, der einst der meistgef\u00fcrchtete Magier in den ganzen Landen war.&#8221; &#8220;Ja, Und, wenn schon!&#8221; platze es aus Valdar heraus. &#8220;Deswegen bin ich doch nicht er!&#8221; &#8220;Durch eure Adern fliesst dasselbe schwarze Blut, vielleicht willst du es nur nicht wahrhaben, aber seine Herkunft kann man nicht verleugnen!&#8221; &#8220;Ich verleugne sie auch gar nicht, und dennoch, Lord, ich bin ein Streiter des Lichtes, K\u00e4mpfer des Guten und Besch\u00fctzer des Volkes. Ich kenne meinen Bruder nicht und habe ihn nie gesehen!&#8221;<br \/>\nErst als Valdar sp\u00e4ter in seiner Zelle dar\u00fcber nachdachte, fiel ihm auf, dass er eigentlich schon lange kein Streiter des Lichts mehr war, und dennoch hatte er es dem Baron erz\u00e4hlt, und er sp\u00fcrte, dass er sich tief in seinem Herzen noch nicht von den Streitern losgerissen hatte.<br \/>\n&#8220;Das \u00e4ndert die Sache doch etwas. Aber warum hast du deinen Bruder nie gesehen, das kann doch eigentlich nicht passieren?&#8221; fragte der Baron und Valdar berichtete kurz:&#8221;Er verschwand spurlos, kurz vor meinem zweiten Geburtstag, so berichtete es mir mein Vater.&#8221; &#8220;Hm..&#8221; brummte der Baron nachdenklich in seinen Bart &#8220;erz\u00e4hl mir alles, die Geschichte von Anfang an.&#8221; Und so begann Valdar zu berichten&#8230;<br \/>\nMehrere Stunden sp\u00e4ter kam er langsam an das Ende seiner Ausf\u00fchrungen, die der Baron meist geduldig ertragen hatte. &#8220;Gut, bringt ihn weg!&#8221; rief er den Wachen zu, ohne auch nur etwas zu Valdar zu sagen. &#8220;Aber&#8230;was ist denn nun&#8230;?&#8221; stammelte Valdar und der Baron erwiderte:&#8221;Du erf\u00e4hrst es morgen.&#8221;<br \/>\nValdar nickte, wusste aber nicht so recht, was er glauben sollte. Er hoffte sehr, dass er den Baron \u00fcberzeugt hatte. Ihm wurde wieder eine Kette zwischen die beiden Fussfesseln gelegt und dann wurde er, nicht sanfter als sonst, in das Gef\u00e4ngnis zur\u00fcckgebracht, alles wieder unter den Schreien der Menschenmassen der Stadt. Einer hasste ihn, weil alle anderen ihn hassten, und so war die ganze Stadt noch immer in Aufruhr.<br \/>\nMit sorgenvollem Gesicht beobachtete der Baron die Szenerie von seinen Palastfenstern aus&#8230;.<\/p>\n<h4><strong>Valdar&#8217;s Erinnerungen Arazel&#8217;s<\/strong><\/h4>\n<p>Lange lag er diesen Abend noch wach. Morgen w\u00fcrde ihm der Baron die Freiheit schenken. Oh, ja, endlich wieder frei. Dieses Rattenloch hier ist doch nicht zu ertragen. Er fragte sich, wie er es \u00fcberhaupt geschafft hatte, hier so lange zu \u00fcberleben. War es nur Gl\u00fcck? Steckte ein tieferer Sinn dahinter? Waren die W\u00e4chter zu ihm nicht so gewaltt\u00e4tig, weil er vielleicht unschuldig war? Der letzte Gedanke schwand schnell. Er wurde doch gequ\u00e4lt, wann immer man es konnte, genau wie jeder andere hier. Doch noch war Valdar bei Gesundheit, ein Wunder, dass ihn hier unten die Pest noch nicht eingeholt hatte. Er war zwar deutlich geschw\u00e4cht, aber er lebte immerhin noch.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/arazel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/arazel.jpg\" alt=\"Arazel\" title=\"Arazel\" width=\"230\" height=\"188\" class=\"alignleft size-full wp-image-350\" \/><\/a>Dann durchfuhr es seinen Kopf wie ein zuckender Blitz: der, dem er den R\u00fccken zugewandt hatte zeigte ihm, dass er ihn noch nicht loslassen wollte. Arazel hielt seine sch\u00fctzende Hand \u00fcber ihn. Ja, so muss es sein, eine andere Erkl\u00e4rung gab es nicht. Nie in seinem Leben hatte er so widrige Umst\u00e4nde zu meistern gehabt, wie hier in dem Gef\u00e4ngnis. Und nie stand er dem Tod so nahe wie er es hier seit langer Zeit tut. Eine h\u00f6here Macht war hier im Spiel, in Valdar wuchsen seine \u00dcberzeugung und sein Glaube.<br \/>\nAber warum war er dann hier, wenn Arazel ihn nicht losliess. Warum, in aller G\u00f6tter Namen war er hier in diesem Loch gelandet? Schnell wurde es deutlich. Zu abrupt hatte er sich von Arazel und den Streiter des Lichts abgekehrt. Er verliess das sch\u00fctzende Heim und begab sich ohne es zu wissen, in die H\u00e4nde des Feindes, ohne dass Arazel irgendeinen Einfluss darauf hatte. Ja, das Elend hier musste er sich selbst zuschreiben.<br \/>\nEr kniete nieder und begann leise zu beten. Der W\u00e4chter draussen h\u00f6rte sein fl\u00fcsterndes Gebet und fing an zu lachen. Doch das war Valdar egal, Arazel hatte ihn nicht verlassen, sondern er bot ihm Schutz, jetzt, wo er ihn brauchte, war er f\u00fcr ihn da, der Gott des Lichtes hielt seine sch\u00fctzende Hand \u00fcber Valdar. Kurz kamen Zweifel auf. Verdiente er es \u00fcberhaupt, dass Arazel sich noch seiner annehme. Doch die Zweifel verflogen schnell, Arazel ist ein Gott, er ist einzigartig und perfekt, und macht keine Fehler und so wird es auch kein Fehler sein, Valdar beizustehen. Ja, er musste es verdient haben.<br \/>\nValdar&#8217;s Gedanken schwenkten von Arazel unwillk\u00fcrlich zu einer Person \u00fcber, die er sehr mit Arazel in Verbindung brachte und die er nur allzu gut kannte. Ein Seufzen entwich seiner Kehle. Ein Meer von Gef\u00fchlen brach \u00fcber Valdar herein, und alle Erinnerungen an sie schienen ihm gleichzeitig einzufallen. &#8220;Ich Idiot!&#8221; schimpfte Valdar leise mit sich selbst. &#8220;Wie konnte ich dich nur verlassen, meine liebste Ariana?&#8221; Er hatte w\u00e4hrend seiner ganzen Reise keinen einzigen Gedanken verschwendet und nun hasste er sich daf\u00fcr. Zuviel war passiert, um die alten Zeiten aus den Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, zuviel hatte er gesehen und erlebt. Zuviel lag zwischen ihnen.<br \/>\nEr st\u00f6berte in Erinnerungen, sch\u00f6nen, wie er ihr, wo sie noch sehr sch\u00fcchtern und naiv war, den ersten Kuss gegeben hatte. Gerade ihr Jugendliche Unbeschwertheit und Sch\u00fcchternheit hatte ihn sehr in ihren Bann gerissen. Traurige Erinnerungen, als er auf den Zinnen der Burg sass aus Trauer \u00fcber ihren Abschied und geistig schon dem Meer voller Nichts entgegenblickte. Zwielichtige Erinnerungen, als er das erste Mal ihre Hand hielt, bei Nino&#8217;s an der Bar, ihnen gegen\u00fcber der schlimmste Feind, den sie je hatten. Und scheinbar doch f\u00fcr sie beide der das Beste, was ihnen passieren konnte. Er stiess einen lauten Seufzer aus. Nichts w\u00fcrde mehr so sein, wie es einst war.<br \/>\nUnruhig schlief er in der Nacht, von Tr\u00e4umen geplagt, in denen er in jeder Frau, der er begegnete seine von Herzen geliebte Ariana wieder erkannte. Wenn jemand ihn ansprach, vernahm er Ariana&#8217;s wohlklingende Stimme. Die Stimmen, die ihm leise etwas zufl\u00fcsterten klangen traurig und kamen von weit her, doch sobald eine der Stimmen seinen Namen rief, folgte er ihr, bis sie weit in der Ferne verschwand, dann folgte er der n\u00e4chsten und dann wieder der n\u00e4chsten. Doch nie konnte er bei ihr sein, unerreichbar war sie f\u00fcr ihn, bis die Stimmen immer leiser und leiser wurden und selbst das wundervolle Echo schwieg. Stille umgab ihn. Unendliche Stille, grausame Stille, es war schrecklich. Allein war er, alleine schien er auf der ganzen Welt zu sein und keiner war da, an den er sich klammern konnte in seiner Not&#8230;<\/p>\n<h4><strong>wieder in seine Zelle<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krieger-in-zelle.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krieger-in-zelle.jpg\" alt=\"Valdar in seiner Zelle\" title=\"Valdar in seiner Zelle\" width=\"191\" height=\"381\" class=\"alignleft size-full wp-image-323\" srcset=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krieger-in-zelle.jpg 191w, https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krieger-in-zelle-150x300.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><\/a>Wieder, wie jeden Morgen, wurde er durch die br\u00fcllenden W\u00e4chter geweckt, doch diesmal war es anders, es klang nicht mehr grausam, sondern befreiend. Er stand fr\u00f6hlich auf, mit einem L\u00e4cheln auf den Lippen, wie man es bei ihm schon lange nicht mehr gesehen hatte. Der W\u00e4chter \u00f6ffnete seine Zelle heute nicht, sondern wies ihn an, auf die Nachricht des Barons zu warten. Ungeduldig setzte er sich wieder auf den Strohhaufen, auf dem er die Nacht verbacht hatte. Dort sass er noch, als die ersten Sonnenstrahlen langsam in seine Zelle fielen. Er beobachtete, wie langsam ein Strahl nach dem anderen \u00fcber die kalten, eisernen Gitterst\u00e4be des kleinen Fensterchens kroch.<br \/>\nSchritte hallten den Gang hinauf. Ein Soldat mit einigen Orden an der Brust und Abzeichen auf der Schulter, trat mit einem Schreiben vor die Zelle:&#8221;Valdar Nasad?&#8221; fragte er knapp. Valdar nickte. &#8220;Der Baron hat seine Entscheidung gef\u00e4llt. Ihr werdet am Sonntag zur Mittagsstunde vor der Stadt am Galgen h\u00e4ngen, damit nie wieder einer eurer sch\u00e4ndlichen Sippe die Lande unsicher macht!&#8221; Valdar sprang w\u00fctend auf:&#8221;Was, das kann nicht sein, ich habe nichts getan!&#8221; schrie er den W\u00e4chter an, doch sein Flehen wurde nicht erh\u00f6rt, der Soldat war schon wieder auf dem Weg nach draussen. Leiser und immer leiser wurden seine Schritte am Ende des Ganges, bis eine schwere T\u00fcr in&#8217;s Schloss fiel und alles um Valdar still wurde.<\/p>\n<div style=\"margin-top: 35px;\"> <\/div>\n<h4><strong>an den Wachen vorbei<\/strong><\/h4>\n<p>Abends lag er noch lange wach und \u00fcberlegt, wie er der Situation entkommen k\u00f6nnte, doch, es wollt ihm einfach nichts einfallen. Dann sollte es wohl das Ende gewesen sein. Unruhig schlief er \u00fcberm\u00fcdet ein. Immer wieder tr\u00e4umte er von dem, was ihn am Sonntag erwarten w\u00fcrde und schreckte \u00e4ngstlich hoch. Am n\u00e4chsten Morgen wurde er wie \u00fcblich geweckt, aber nicht zur Arbeit getrieben. Er musste in seiner Zelle bleiben und verbrachte dort den ganzen Tag alleine. Und daran \u00e4nderte sich auch die n\u00e4chsten beiden Tage nichts.<br \/>\nAm dritten Tage nach der Verk\u00fcndung des seines Urteils wurde Valdar durch laut hallende Schritte in den G\u00e4ngen aus seiner einsamen Langeweile gerissen. Vor seiner Zelle stand pl\u00f6tzlich eine kleine Gruppe Soldaten vor ihm. Alle in matt gl\u00e4nzenden R\u00fcstungen, die wie schon vor drei Tagen, einige Orden und Abzeichen zierten. Einer schloss Valdar&#8217;s Zelle auf, woraufhin Valdar heraustrat. Sie schubsten ihn vorw\u00e4rts gen Ausgang. Valdar wusste nun, dass es Sonntag war&#8230;<br \/>\nValdar trat unter lautem Geschrei von vielen Menschen vor das Tor. Er h\u00f6rte dieselben Schreie, die er schon <strong>auf dem Pfad<\/strong> zum Schloss des Barons vernehmen musste. Doch mischten sich diesmal andere darunter, freudige, gl\u00fcckliche, auftamtende: &#8220;Endlich hat das Leid ein Ende!&#8221;, &#8220;Endlich kann man wieder in Frieden leben!&#8221;, &#8220;H\u00e4ngt ihn f\u00fcr den Frieden des Landes!&#8221;<br \/>\nIn dem Mob wurder der Tumult langsam immer lauter und ohrenbet\u00e4ubender. Einzelne St\u00e4dter versuchten selbst, an den Wachen vorbei zu Valdar zu gelangen, wahrscheinlich um ihm schon selbst hasserf\u00fcllt an die Kehle zu springen. So manche Mistgabel stach nach den Wachen um ihn herum und so manche auch nach Valdar, doch &#8220;zum Gl\u00fcck&#8221; leisteten die Wachen gute Arbeit und liessen nichts und niemanden an Valdar heran.<br \/>\nAusser einmal kurz.<br \/>\nDa sah Valdar n\u00e4mlich nicht allzu weit vor sich diesen komischen Kauz, den er im Wald traf, und von dem er ihm die Geschichte von Tom und seinem Bruder geh\u00f6rt hatte. Auch er versuchte, an Valdar heranzukommen, allerdings nicht mit roher Gewalt, sondern den richtigen Moment abpassend. Dann sprang er mit einem Dolch auf Valdar zu, schien zustechen zu wollen, doch da traf ihn schon der Schlag einer Wache mit der Breitseite des Schwertes am K\u00f6rper. Er Mann flog wieder weg, doch sein Dolch vergrub sich unauff\u00e4llig in den Falten von Valdar&#8217;s Robe, wo er ihn schnell festhielt. Kurz sinnierend stach er ihn dann in einer Falte durch das Gewebe, wo der nun fest drin hing. &#8220;ja&#8221; dachte er sich, &#8220;das wird meine Chance&#8230;&#8221; Er sah sich noch einmal um nach dem seltsamen Manne, der ihm dieses Gl\u00fcck beschert hatte. Der lief ganz nah bei ihm, mit einem Dolch in der erhobenen Hand laut fluchend &#8220;dich bekomme ich schon noch, warte nur!&#8221; Dabei grinste er dreckig und lachte, aber ob er \u00fcber seine eigene Drohung lachte, oder \u00fcber die Wachen, die nichts bemerkt hatten, blieb unklar.<br \/>\nMan ging mit ihm und dem Mob durch ein grosses Stadttor, zu dessen linken Seite man nun die Spitze des Galgens sah. Valdar betrat ihn nur langsam und widerwillig, aber doch nicht widerspenstig, hatte er wohl kaum eine andere M\u00f6glichkeit. Lieber wollte er &#8220;in Ehren&#8221; am Galgen h\u00e4ngen, als bei einem Fluchtversucht zu Tode zerst\u00fcckelt zu werden, so wie es dem Mob l\u00fcsterte.<br \/>\nValdar wurde auf an den Galgen gestellt, schon auf die sich sp\u00e4ter \u00f6ffnende Klappe und die Schlinge wurde um seinen Hals gelegt und gerade so fest gezogen, dass er noch Luft bekam. Dann fesselte man noch seine Arme auf dem R\u00fccken, und damit begn\u00fcgten sich die Wachen auch schon, die Fussfesseln hielt man wohl nicht f\u00fcr n\u00f6tig.<\/p>\n<h4><strong>der Galgen &#8211; das Ende<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/fantasie-galgen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/fantasie-galgen.jpg\" alt=\"Galgen Schlinge\" title=\"Galgen Schlinge\" width=\"230\" height=\"157\" class=\"alignleft size-full wp-image-352\" \/><\/a>Hoch am Galgen stand Valdar nun, die W\u00e4chter ihn immer noch bewachend und der Mob ihn immer noch lynchen wollend. Valdar schaute sich \u00e4ngstlich um, immer wieder versuchend, die H\u00e4nde in Richtung des Dolches zu bewegen, ohne dabei beobachtet zu werden, doch liess er immer wieder davon ab in der Angst, dass ihm seine letzte Chance doch noch genommen werden k\u00f6nnte. Auch blickte er sich immer wieder \u00e4ngstlich nach dem Manne um, der seinen letzten Atemzug besiegeln sollte, indem er an einem d\u00fcnnen Strick zieht.<br \/>\nDoch der Mann kam nicht. Stattdessen wurde <strong>es langsam dunkel<\/strong>, der Mob und wie Wachen wurden m\u00fcder und ein Grossteil der Menschenmassen zog gar heimw\u00e4rts in ihre H\u00fctten. Valdar war den Tag \u00fcber klar geworden, was das sollte. Noch eine letzte Dem\u00fctigung, noch einmal dem Volk geben wonach es die Hand ausstreckt. Die Wachen jagten die letzten Menschen fort, und drei der viere legten sich selbst zum schlafen, nachdem sie die Nachtwache ausgemacht hatten.<br \/>\nValdar wartete noch eine Weile, regte sich ab und zu leise hin und her. Die Wache sah von Zeit zu Zeit m\u00fcde im Schein der Fackel zu ihm auf, doch er bezweifelte, dass sie viel sah, vielmehr sah er, dass ihre Augenlider im tiefer hingen. Valdar r\u00fcckte so leise wie m\u00f6glich die Robe zurecht, so dass er den Dolch in die Hand bekam.<br \/>\nDie Wache trabte immer noch m\u00fcde umher, sichtlich mit dem Schlaf k\u00e4mpfend, und setzte sich dann an&#8217;s Feuer. Valdar wurde nun langsam hektisch, nicht, dass der Wachmann bald abgel\u00f6st wurde von einem &#8220;wacheren&#8221;, doch er bem\u00fchte sich, ruhig zu bleiben. Den Dolch hatte er ja inzwischen hinter seinem R\u00fccken in den H\u00e4nden. Immer wieder ratzte er kraftlos wegen der ung\u00fcnstigen Stellung der H\u00e4nde mit dem Dolch am Seil entlang, bis er langsam erfreut bemerkte, dass es etwas nachgab. Er schaute zum Wachmann. Der sass noch da, ab und zu aus dem Halbschlaf aufschreckend und zu Valdar blickend, ob noch alles in Ordnung w\u00e4re, und es sah so aus, als w\u00fcrde der Wachmann das wirklich denken.<br \/>\nValdar stiess einen leisen Seufzer aus, und schloss danach sofort wieder erschrocken den Mund, in der Hoffnung, dass der W\u00e4chter ihn nicht geh\u00f6rt haben m\u00f6ge, als sie die Fesseln fast ganz l\u00f6sten. Valdar nahm die Seilfetzen in eine Hand und nahm die rechte langsam nach oben an seinen Hals, wo der Strick sass. Ein kurzer Blick zum W\u00e4chter: sein Kopf sank langsam immer tiefer hinab Richtung Brust. Valdar fasste sich eilig hinter den Kopf, hielt kurz die Luft an, ein kurzer Ruck am Seil, ein Zucken und ein leises Aufatmen. Die Schlinge sass lockerer. Vom Wunsch nach Freiheit angetrieben, nahm er die andere Hand auch noch nach oben und r\u00fcckte damit die Schlaufe zurecht&#8230;.verdammt&#8230;..der Seilknoten war mit einem f\u00fcr diese, die beiden Leute umgebende Stille viel zu lautem Ger\u00e4usch zu Boden gefallen und der Wachmann war aufgeschreckt aus seinen Tr\u00e4umen und blickte nun wahrhaft erschrocken in Valdar Richtung.<br \/>\nDer aber warf die Schlinge weg, die nun lose hinter ihm baumelte und begann zu rennen&#8230;so schnell ihn seine Beine nur trugen. Der W\u00e4chter setzte nach einem kurzen Augenblick der Besinnung unter lautem Br\u00fcllen hinterher&#8230;&#8230;.<\/p>\n<h4><strong>nach Hause<\/strong><\/h4>\n<p>Valdar rannte, so schnell er nur konnte, im ersten Moment noch ziellos, doch dann ein Waldst\u00fcck ansteuernd. Halb rennend-halb stolpernd hielt er darauf zu, eine schreiende Wache hinter sich, die anderen nur ein paar Schritte weiter entfernt. Die Schreie wurden leiser. Valdar wagte einen Blick \u00fcber die Schulter, die Wachen rannten trotz ihrer Kettenr\u00fcstungen erstaunlich schnell mit ihren Schwertern in den H\u00e4nden, die bedrohlich w\u00e4hrend des Rennensauf und ab schwangen.<br \/>\nDer Wandrand kam n\u00e4her, vielleicht w\u00fcrde Valdar dort drinnen mehr Chancen haben, immerhin behindert eine Kettenr\u00fcstung die Beweglichkeit. Eilig huschte Valdar zwischen den B\u00e4umen hin und her, zwischen Licht und Schatten, zwischen Leben und Tod. Hinter ihm bedrohliches Knistern, w\u00fcrde er fallen, h\u00e4tte er keine Chance, alles w\u00e4re aus &#8211; einfach so mit einem einfach Schwerthieb. Also rannte er &#8211; aus Hoffnung, der wenigen, die er in den letzten Tage ab und zu gefasst hatte, als seine Situation sich zu bessern schien, alle entlied er nun in seine Beine, die ihn forttragen sollten, einfach nur weg von hier, ja, weg &#8211; doch &#8211; wohin eigentlich? Er rannte weiter, wollte er doch nicht stehenbleiben, mit der Gefahr im R\u00fccken. Hinter ihm immer noch das hastige Knacken von Zweigen und das Geschrei, er solle stehen bleiben, aber etwas war anders&#8230;die Stimme war anders, freundlich, nicht bedrohlich. Das Klappern der R\u00fcstung fehlte. Valdar hechtete \u00fcber seine Lichtung und schaute zur\u00fcck.<br \/>\nKein grosser H\u00fcne in Kette, sondern ein kleiner, grau in grau geh\u00fcllter Mann, der ihm mit erstaunlicher Geschicklichkeit nachsetzte. Valdar stoppte &#8211; er kannte ihn doch. Unbewusst zog er den Dolch. Der Kerl kam n\u00e4her und setzte ein schmieriges L\u00e4cheln auf. &#8220;Ahh&#8230;mein Dolch, habt Dank, guter Mann.&#8221; Er griff nach dem Dolch, den Valdar total verwundert losliess. &#8220;Was? Ihr? ja&#8230;nat\u00fcrlich&#8230;ihr wart das&#8230;der Wanderer am Wegesrand, der B\u00fcrger, der auf mich losging&#8230;.&#8221; Sein Gegen\u00fcber sch\u00fcttelte den Kopf. &#8220;Ich ging nie auf euch los, es war die einzige M\u00f6glichkeit, euch dort herauszubekommen. Ihr seid ein guter Mann, der keinen Galgen verdient.&#8221; &#8220;Danke&#8221; w\u00fcrgte Valdar geschmeichelt hervor. So richtig gefiel es ihm nicht, wie dieser Mann zu ihm aufsah.<br \/>\nDer kleine Kerl l\u00e4chelte. Diesmal sah es wirklich nett aus. Er wandte sich um und griff in seinen Rucksack:&#8221;Hier, das fand ich in den Lumpen in der Stadt. Es sind eure Zeichen. Ich wusch die Kleider im Fluss.&#8221; Valdar besah die Sachen: Tats\u00e4chlich trugen sie das Symbol der Streiter des Lichtes, eine Erinnerung an alte Zeiten.&#8221;Ja&#8221; seufzte Valdar. Dann nahm er sie ihm aus der Hand. &#8220;Ich bin euch zu Dank verpflichtet, gabt ihr mir doch mit diesen Sachen und meiner Freiheit mehr, als ich euch jemals zur\u00fcckzahlen k\u00f6nnte.&#8221; Der Mann lachte hell auf und Valdar blickte ihm verwirrt entgegen. &#8220;Lasst nur, guter Mann, die Schuld ist begleichen. Ihr wisst gar nicht, was ihr meiner Familie f\u00fcr einen Gefallen tatet.&#8221; Valdar nickte zwar verstehend, aber eigentlich war ihm das gerade egal. Er war nur froh, gerettet worden zu sein. Valdar fragte den Mann noch, in welche Richtung er gehen m\u00fcsste, wenn er zur\u00fcck zum Hafen wolle, und ob er nicht ein paar Goldst\u00fccke f\u00fcr die \u00dcberfahrt er\u00fcbrigen k\u00f6nnte. Der kleine nickte freundlich und gab Valdar einen kleinen Teil seines Goldes zur\u00fcck, der eine Weile reichen d\u00fcrfte. Er gab ihm noch den Rat, einen anderen Namen zu nehmen, wom\u00f6glich werde er ge\u00e4chtet. Valdar schickte ihn dann weg und liess sich am Baumstamm hinabgleiten, bis er sitztend daran lehnte und zur Sonne aufblickte. Wohin sollte er nun eigentlich? &#8220;Wohin?&#8221; fragte er sich &#8220;Irgendwohin, wo es sicher ist, wo ich geborgen bin, wo man mir glaubt und traut. Nach Hause. Zu den Streitern. Zur\u00fcck auf die Inseln&#8230;&#8221;antwortete eine leise Stimme in seinem Herzen.<a href=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/feste.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/feste.jpg\" alt=\"Feste des Lichts\" title=\"Feste des Lichts\" width=\"210\" height=\"158\" class=\"aligncenter size-full wp-image-330\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon im Davonreiten drehte er sich noch einmal um:&#8221;Ihr kennt nur zuf\u00e4llig einen Magier namens Haidron, oder?&#8221; Der Wanderer machte grosse Augen und starrte ihn entsetzt an. &#8220;Nein, werter Herr, ich habe nie von ihm geh\u00f6rt, Sire&#8221; stammelte er. Sei Gesicht war angsterf\u00fcllt, schon alleine der der Name schien ihm die G\u00e4nsehaut auf den R\u00fccken zu treiben. Valdar kam wieder n\u00e4her an ihn heran. Der \u00e4ngstliche Kerl war aufgestanden, und doch schaute Valdar noch von weit oben auf ihn herab. Valdar&#8217;s Blick durchdrang ihn f\u00f6rmlich, mit grossen, weit aufgerissenen Augen sah er ihn. Valdar schien seine Ehre und seinen Stolz, mit dem er sonst durch die Lande schritt, verloren, und daf\u00fcr etwas anderes gewonnen zu haben: etwas, das dem Mann Angst machte.  &#8220;Wo ist Haidron?&#8221; fragte Valdar. Der Bandit wich zur\u00fcck, als s\u00e4he er den von ihm scheinbar so gef\u00fcrchteten Haidron pers\u00f6nlich vor sich. &#8220;Ich, ich&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":4318,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[30,37],"class_list":["post-305","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fallen-lands-allgemein","tag-krieger","tag-orden"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4318"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=305"}],"version-history":[{"count":47,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":369,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305\/revisions\/369"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=305"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=305"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fallen-lands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=305"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}